Börsenindex auf Vormarsch trotz Bankenbeben
Das Marktupdate von Aktien.news

Deutsche Börsianer starteten am heutigen Morgen mit gedämpfter Zuversicht in den Handelstag, nachdem der DAX sich von der Marke von 15.000 Punkten nach oben bewegt hatte. Der deutsche Leitindex notierte bei etwa 15.200 Punkten, was einem Kurszuwachs von 0,4 Prozent entspricht. Der CMC-Markets-Experte Michael Hewson betonte jedoch, dass die Aktienkurse trotz des Anstiegs aufgrund der Turbulenzen der vergangenen Woche, die durch den Anstieg der Anleiherenditen verursacht wurden, immer noch vorsichtig zu bewerten sind.
Die US-Indizes Dow-Jones und Nasdaq schlossen im Minus, einen Tag nach der Übernahme der Silicon Valley Bank (SVB), die in Insolvenz gegangen war. Der US-Notenbankchef Michael Barr kritisierte das Risikomanagement der Bank und bemängelte, dass das Risikomodell nicht an die Realität angepasst worden sei. Die chinesischen Festlandsbörsen stiegen um 0,1 Prozent, und die Aktie des chinesischen Amazon-Rivalen Alibaba erlebte nach den Umstrukturierungsplänen einen Kurssprung von etwa 16 Prozent. Der Nikkei-Index in Japan stieg um 1,3 Prozent.
Am Rohölmarkt stieg der Preis aufgrund der abnehmenden Furcht vor einer Bankenkrise leicht an. Die Europäische Gemeinschaftswährung notierte bei 1,0828 Dollar und konnte sich damit über der Marke von 1,08 Dollar halten. Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland verbesserte sich den sechsten Monat in Folge, jedoch verlangsamte sich die Dynamik im Vergleich zu den vorherigen Monaten spürbar. Die GfK prognostiziert für das Konsumklima im April minus 29,5 Punkte und damit 1,1 Punkte mehr als im März.
Im DAX-Index konnte sich der Halbleiterhersteller Infineon dank einer robusten Geschäftsentwicklung in den Kernbereichen Automobil und Industrie behaupten. Das Unternehmen erhöhte seine Prognose für das laufende Quartal und erwartet nun einen Umsatz von mehr als vier Milliarden Euro. Auch die Marge soll statt bei 25 Prozent nun bei nahe 30 Prozent liegen. Mercedes-Benz-Aktien verloren dagegen fast zwei Prozent, nachdem der kuwaitische Staat seinen Anteil am Autobauer Mercedes-Benz verringerte.
Adidas geht gegen eine Verwendung des Streifen-Designs unter anderem auf Bekleidung, Taschen und Websites der US-Bewegung Black Lives Matter vor. Die Nettomieteinnahmen des Gewerbeimmobilien-Spezialisten Aroundtown stiegen 2022 um 13 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, während die wichtigste Gewinnkennzahl FFO I um drei Prozent auf 363 Millionen Euro anstieg. Der Technologie-Konzern Jenoptik kann seinen Aktionären für das Jahr 2022 eine höhere Dividende zahlen.
Die Schweizer Großbank UBS holt ihren früheren Chef Sergio Ermotti zurück ins Unternehmen, um die Phase der Übernahme der Krisenbank Credit Suisse durch die UBS zu begleiten. Ermotti hatte bereits von 2011 bis 2020 an der Spitze der UBS gestanden und soll nun den Posten am 5. April von dem derzeitigen Chef Ralph Hamers übernehmen. Die kurzfristige Übernahme von Credit Suisse durch die größte Schweizer Bank UBS für rund drei Milliarden Schweizer Franken war am 19. März bekanntgegeben worden. Mit der Übernahme will die UBS ihre Position auf dem Schweizer Heimatmarkt stärken und das Geschäft mit vermögenden Kunden ausbauen. Auch soll die Übernahme dazu beitragen, die Credit Suisse-Krise zu bewältigen, nachdem das Unternehmen wegen des Zusammenbruchs des Hedgefonds Archegos Capital und dem Ausfall des Finanzdienstleisters Greensill Capital in Schwierigkeiten geraten war.
