Bonusprogramme bei Edeka und Rewe im Wandel
Neue Systeme erfordern Apps und bieten begrenzte Vorteile für Kunden

Edeka und Rewe haben zum Jahreswechsel ihre Bonusprogramme neu strukturiert und auf verschiedene Systeme umgestellt. Während Edeka nun Payback-Punkte in allen Filialen und bei weiteren Marken des Verbunds wie Netto, Marktkauf und Trinkgut anbietet, setzt Rewe auf ein eigenes Bonusprogramm namens „Rewe Bonus“, das über die Rewe-App genutzt werden kann. Diese Änderungen erfordern von den Kunden Anpassungen und neue Apps, wenn sie weiterhin von Bonusprogrammen profitieren möchten.
Mit der neuen Partnerschaft zwischen Edeka und Payback können Kunden in den Märkten des Edeka-Verbunds Punkte sammeln und einlösen. Auch die zuvor bei Edeka gültigen Deutschlandcard-Punkte bleiben erhalten, müssen jedoch ab März bei anderen Partnern des Systems eingelöst werden. Payback-Punkte werden mit einem Punkt pro 50 Cent Einkaufswert gutgeschrieben, was einem Rabatt von 0,5 Prozent entspricht. Kunden können die Punkte über die Payback-App oder eine Karte sammeln und durch die Funktion „Payback Pay“ in Edeka-Märkten auch direkt bezahlen.
Rewe hingegen hat sich vom Payback-System verabschiedet und bietet seit Ende Dezember 2024 sein eigenes Bonussystem an. „Rewe Bonus“ unterscheidet sich von klassischen Punktesystemen, da das Bonusguthaben direkt in Euro angezeigt wird und an der Kasse eingelöst werden kann. Für die Teilnahme ist die Rewe-App erforderlich, die zusätzlich Funktionen wie digitale Handzettel, Rezepte und Coupons bietet. Stammkunden erhalten im Folgemonat höhere Bonus-Coupons, abhängig von ihren Einkäufen. Penny, eine Tochter von Rewe, hat ebenfalls ein eigenes Bonussystem, das über die Penny-App läuft.
Andere Händler setzen ebenfalls auf eigene Systeme. Lidl bietet „Lidl Plus“, Kaufland nutzt die „Kaufland-Card“, während Aldi auf Bonusprogramme verzichtet. Auch Drogerien wie dm und Rossmann bieten unterschiedliche Bonusmodelle an. Rossmann gewährt ab Januar 20 Prozent Rabatt auf ausgewählte Lebensmittel, um die Aufmerksamkeit auf seine App zu lenken.
Analysen zeigen jedoch, dass Kunden in der Praxis oft nur geringe Ersparnisse durch Bonusprogramme erzielen. Eine Untersuchung ergab, dass Verbraucher im Jahr 2023 durchschnittlich weniger als ein Prozent ihrer Ausgaben durch solche Programme sparen konnten. Gründe hierfür sind die Nichtnutzung von Coupons oder das Vergessen, Karten und Apps bei kleineren Einkäufen einzusetzen. Experten kritisieren zudem, dass die Vielzahl an Bonus-Apps die Kunden zunehmend überfordert und nur wenige Systeme sich langfristig durchsetzen könnten.
