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BofA-Indikator nähert sich erstmals seit Januar einem Verkaufssignal

82 Prozent der globalen Aktienindizes gelten als überkauft – die Schwelle zum Verkaufssignal rückt näher.

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BofA-Indikator nähert sich erstmals seit Januar einem Verkaufssignal

Der Indikator für die globale Marktbreite der Bank of America (BofA) tendiert erstmals seit Januar wieder in Richtung eines Verkaufssignals. Das berichtet das Team um Chefstratege Michael Hartnett in seinem wöchentlichen Flow-Report. Demnach zeigt die sogenannte BofA-Breitenregel (Breadth Rule) aktuell, dass 82 Prozent der globalen Aktienindizes „überkauft“ handeln. Ein Verkaufssignal wird erst ausgelöst, wenn dieser Wert auf 88 Prozent steigt.

Die letzte Verkaufssignalisierung durch die Regel erfolgte am 28. Januar. Damals führte dies zu einer deutlichen Marktkorrektur. China, Indien und Brasilien sind derzeit die einzigen großen Ausreißer, die keine überkauften Werte anzeigen. Dies deutet auf eine regionale Ungleichverteilung der Marktdynamik hin.

Anleger setzen auf eine Mischstrategie

Michael Hartnett beschreibt die aktuelle Allokation der Anleger als „lang Aktien, lang Investment-Grade-Anleihen, kurz Staatsanleihen und kurz des US-Dollar“. Diese Positionierung basiere im Wesentlichen auf der Erwartung, dass die politischen Entscheidungsträger erfolgreich darin sein werden, die Renditen von US-Staatsanleihen zu deckeln.

Die Anleger seien weiterhin auf eine Mischung aus steigenden Gewinnen, gedeckten Anleiherenditen und unterstützender Politik positioniert, so Hartnett. Diese Haltung sei jedoch nicht ohne Risiken, insbesondere mit Blick auf die anhaltende Unterperformance bestimmter Technologiesektoren.

KI-Sektor unter Druck – Gesundheitswesen und Finanzen legen zu

Ein bemerkenswerter Trend zeigt sich im Technologiesektor. Hartnett betont, dass die Unterperformance von KI-Investoren wie den Magnificent Seven und KI-produzierenden Halbleiterunternehmen gegenüber KI-anwendenden Sektoren wie Gesundheitswesen und Finanzsektor nicht umkehren wird, solange die 30-jährige US-Rendite nicht unter 5 Prozent fällt.

Dies deutet auf eine strukturelle Verschiebung innerhalb der Aktienmärkte hin. Während Tech-Fonds in der vergangenen Woche einen Zufluss von 4,6 Milliarden US-Dollar verzeichneten – der höchste Wert seit vier Wochen –, verzeichneten US-Aktien insgesamt ihre ersten Abflüsse in fünf Wochen mit 4,4 Milliarden US-Dollar.

Politische Risiken als mögliche Katalysatoren

In puncto Politik wies Hartnett auf einen erneuten Rückgang der Zustimmungsraten für US-Präsident Donald Trump hin. Seine wirtschaftspolitische Zustimmung sei auf 35 Prozent gesunken, während die Inflationsstimmung auf nur noch 28 Prozent gefallen sei.

Hartnett nannte diesen Einbruch sowie eine mögliche Beilegung des Iran-Konflikts als zwei Katalysatoren, die die Märkte in den kommenden Monaten in eine „Risk-Off“-Haltung drehen könnten. Eine solche Entwicklung würde bedeuten, dass Anleger verstärkt auf sichere Anlagen setzen und risikoreichere Positionen abbauen.

Kapitalströme zeigen gemischtes Bild

Die wöchentlichen Kapitalströme waren in allen Anlageklassen insgesamt positiv. Anleihen zogen 17,7 Milliarden US-Dollar an, Bargeld 9,2 Milliarden US-Dollar und Aktien ebenfalls 9,2 Milliarden US-Dollar. Gold verzeichnete mit 7,3 Milliarden US-Dollar den größten Zufluss seit Oktober 2025. Auch Kryptowährungen legten mit 3,2 Milliarden US-Dollar zu – ebenfalls der höchste Wert seit Oktober 2025.

Im festverzinslichen Bereich legten Investment-Grade-Anleihen um 7,7 Milliarden US-Dollar zu, während High-Yield-Anleihen einen Abfluss von 700 Millionen US-Dollar verzeichneten. Schwellenländeranleihen, kommunale Anleihen, Staatsanleihen und Bankkredite verzeichneten allesamt Zuwächse.

Regional betrachtet zog Japan 2,7 Milliarden US-Dollar an, während Europa einen moderaten Abfluss von 200 Millionen US-Dollar verzeichnete. Auf Sektorebene führte der Materialsektor mit einem Zufluss von 4,2 Milliarden US-Dollar, während das Gesundheitswesen und der Finanzsektor jeweils Abflüsse von mehr als einer Milliarde US-Dollar hinnehmen mussten.

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