Börsenverlauf: DAX nach Rekordhoch unter Druck
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Händler an der Frankfurter Börse beobachteten am Freitag eine leichte Schwäche des DAX, der nach einem neuen Rekordhoch von 20.522 Punkten am Nachmittag ins Minus drehte. Der deutsche Leitindex schloss bei 20.405 Punkten, was einem Rückgang von 0,1 Prozent entsprach. Im Wochenvergleich blieb die Entwicklung jedoch nahezu unverändert. Die anfängliche Euphorie an den Märkten war durch eine schwache Tendenz der Wall Street gedämpft worden, die sich ebenfalls verhalten zeigte.
Auch der MDAX verzeichnete Verluste und gab um 1,06 Prozent auf 26.527 Punkte nach. Im Kontext der Zinspolitik blieb die Stimmung an den Märkten dennoch überwiegend optimistisch. Nach der vierten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank in diesem Jahr und der bevorstehenden Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve über weitere Zinsschritte profitierten besonders große, global aufgestellte Konzerne. Experten warnten jedoch vor einem möglichen Stillstand an den Börsen, da die Kaufbereitschaft abnahm, während investierte Anleger an ihren Positionen festhielten.
Die deutschen Exporteure standen weiterhin unter Druck. Im Oktober waren die Ausfuhren um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat gesunken und hatten 124,6 Milliarden Euro erreicht. Hauptgründe waren eine schwächere Nachfrage aus den USA und China sowie die stagnierende Industrieproduktion in der Eurozone. Der schwächelnde Euro, der zuletzt bei 1,0518 US-Dollar notierte, bot trotz des günstigen Wechselkurses wenig Entlastung.
Die Chemie- und Pharmaindustrie in Deutschland blickte angesichts hoher Energiekosten und schwacher Nachfrage pessimistisch auf das kommende Jahr. Laut dem Verband der Chemischen Industrie würde der Umsatz 2025 voraussichtlich stagnieren. Unternehmen wie Evonik reagierten mit Umstrukturierungen und Stellenabbau, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
An der Wall Street hatte die Broadcom-Aktie im Fokus gestanden. Das Halbleiterunternehmen erreichte durch starke Geschäftszahlen und optimistische Prognosen für KI-Chips erstmals eine Marktkapitalisierung von über einer Billion Dollar. Der Nasdaq 100 stieg in diesem Zusammenhang um 0,4 Prozent und markierte ein neues Rekordhoch.
Unterdessen plante Mercedes-Benz, bis 2027 Einsparungen von fünf Milliarden Euro zu realisieren, während T-Mobile US ein Aktienrückkaufprogramm im Wert von 14 Milliarden Dollar startete. Der Konzern beabsichtigte zudem, bis 2027 bis zu 50 Milliarden Dollar an seine Aktionäre auszuschütten.
