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Börsen zwischen Rekord und Zurückhaltung

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Börsen zwischen Rekord und Zurückhaltung

Rekorde an den US-Börsen sorgten am Freitag zunächst für Aufsehen, doch schon kurz nach Handelsbeginn trat Ernüchterung ein. Der Dow Jones kletterte zwar auf ein Rekordhoch von 45.204 Punkten, schloss aber lediglich mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent bei 44.946 Zählern. Auch der S&P 500 erreichte einen neuen Höchststand, beendete den Handelstag jedoch mit einem Minus von 0,3 Prozent auf 6449 Punkten. Der technologielastige Nasdaq verlor 0,4 Prozent und notierte bei 21.622 Punkten. Anleger hielten sich zurück, da sie den Verlauf des Gipfeltreffens zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin abwarten wollten.

Nach Angaben des Kreml ist das Gespräch in Alaska auf sechs bis sieben Stunden angesetzt. Mit Ergebnissen rechneten Marktbeobachter daher erst nach dem Wochenende. Investoren setzten darauf, dass Signale für eine mögliche Beendigung des Krieges in der Ukraine ausgehen könnten. Dennoch blieb die Vorsicht groß, da die Erwartungen an das Treffen kaum zu übertreffen seien und somit auch die Gefahr einer Enttäuschung bestehe.

Zusätzliche Impulse von der Konjunktur blieben aus. Die Industrieproduktion in den USA sank im Juli um 0,1 Prozent, nachdem sie im Vormonat noch leicht zugelegt hatte. Auch die Einzelhandelsumsätze blieben hinter den Prognosen zurück, wenn auch die Konsumenten ihre Ausgaben fortsetzten. Das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan zeigte sich trüber als erwartet, was Analysten mit Sorgen über eine steigende Inflation erklärten. Für die US-Notenbank sind die Daten von Bedeutung, da sie eine Argumentationsbasis für mögliche Zinssenkungen liefern.

Der deutsche Aktienmarkt konnte seine jüngste Aufwärtsbewegung nicht fortsetzen. Der DAX schloss mit einem Minus von rund 0,1 Prozent bei 24.359 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich bei 24.536 Zählern notiert hatte. Damit rückte ein Rekordhoch von 24.639 Punkten in greifbare Nähe, blieb aber unerreicht. Auf Wochensicht legte der Index um 0,8 Prozent zu. Besonders im Fokus standen Rüstungswerte wie Rheinmetall und Renk, die nach vorherigen Kursgewinnen unter Druck gerieten.

An den Devisenmärkten stieg der Euro über die Marke von 1,17 US-Dollar. Schwache US-Konjunkturdaten stützten die Gemeinschaftswährung, die am Nachmittag bei 1,1711 Dollar gehandelt wurde. Unternehmensnachrichten prägten das Bild zusätzlich. So meldete Borussia Dortmund einen deutlichen Gewinnrückgang, während Lindt & Sprüngli eine mögliche Verlagerung der Schokoladenproduktion in die USA erwägt. Zudem wurde bekannt, dass die Trump-Regierung Gespräche über einen Einstieg bei Intel führt und Applied Materials mit einem schwachen Ausblick enttäuschte.

Wirtschaftlich bedeutend war auch die Debatte um deutsche Autobauer. IG-Metall-Chefin Christiane Benner forderte von den Aktionären Verzicht auf hohe Dividenden, um die Krise der Branche besser zu bewältigen. Gleichzeitig signalisierte Thyssenkrupp-Chef Miguel Lopez, dass er einen möglichen Staatseinstieg bei der Marinetochter TKMS in Zukunft nicht ausschließe.

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