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Börsen weltweit unter Druck nach US-Zollplänen

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 Börsen weltweit unter Druck nach US-Zollplänen

Die Aktienmärkte sind nach der Ankündigung neuer US-Zölle deutlich unter Druck geraten. Der deutsche Leitindex DAX verlor zum Handelsschluss drei Prozent und sank auf 21.717 Punkte. Damit erreichte er den tiefsten Stand seit Anfang Februar. Auch an der Wall Street kam es zu erheblichen Verlusten. Der Dow-Jones-Index fiel um 3,3 Prozent auf 40.842 Punkte, der S&P 500 gab über vier Prozent nach, und der Technologie-Index Nasdaq verlor sogar 5,3 Prozent. Auslöser der Kursverluste waren die von der US-Regierung angekündigten pauschalen Importzölle von zehn Prozent auf alle Einfuhren. Für Länder mit hohen Handelsüberschüssen, darunter Deutschland, sollen die Zölle sogar 20 Prozent betragen.

Nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft könnte der wirtschaftliche Schaden für Deutschland in den kommenden vier Jahren rund 200 Milliarden Euro betragen. Das Bruttoinlandsprodukt würde im Jahr 2028 etwa 1,5 Prozent niedriger ausfallen. Die Europäische Union rechnet mit einer Belastung von bis zu 750 Milliarden Euro. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kritisierte das Zollpaket scharf und sprach von einem schweren Schlag für die Weltwirtschaft.

Auch in den USA reagierten Investoren besorgt. Die Furcht vor einem Handelskrieg führte zu einer Verkaufswelle. Besonders stark betroffen waren Technologiewerte. Apple-Aktien rutschten um acht Prozent auf den tiefsten Stand seit acht Monaten. Dell und HP verloren jeweils über acht Prozent. Die höheren Zölle könnten laut Berechnungen von JP Morgan die Preise für Hardware im Schnitt um fünf Prozent steigen lassen. US-Einzelhandelskonzerne wie Walmart, Amazon und Target verbuchten Kursverluste zwischen drei und 7,6 Prozent.

Die US-Notenbank Fed könnte angesichts der konjunkturellen Risiken eine Zinspause einlegen. Notenbankerin Adriana Kugler verwies auf die Gefahr steigender Preise und verlangsamter Inflationsfortschritte. Parallel dazu erwarten Marktteilnehmer, dass die Europäische Zentralbank den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent senkt. Der Euro profitierte von der Situation und stieg auf den höchsten Stand seit sechs Monaten.

Auch Rohstoffe reagierten empfindlich auf die Zollpläne. Die Ölpreise fielen deutlich, ebenso die Notierungen wichtiger Industriemetalle. Der Goldpreis gab nach einem zwischenzeitlichen Rekordhoch wieder nach. Währenddessen investiert Volkswagen 580 Millionen Dollar in den Bau eines neuen Pick-ups in Argentinien, Mercedes-Benz plant eine neue Lackieranlage in Sindelfingen. Siemens stärkt sein US-Geschäft mit dem Zukauf der Firma Dotmatics für 5,1 Milliarden Dollar.

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