Börsen verlieren weltweit an Schwung
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Die internationalen Aktienmärkte haben zum Wochenschluss deutliche Verluste hinnehmen müssen. Der DAX sank um 0,3 Prozent auf 19.210 Punkte, blieb auf Wochensicht jedoch weitgehend stabil. Trotz Schwankungen bleibt der Rekordstand von 19.674 Punkten aus Mitte Oktober in Reichweite. Marktexperten zeigen sich uneins: Während Jochen Stanzl von CMC Markets die aktuelle Entwicklung als gesunde Korrektur nach Kursgewinnen sieht, hält Robert Halver von der Baader Bank eine Fortsetzung der Jahresendrally für möglich. Demgegenüber äußerte sich Robert Greil von Merck Finck skeptisch und erwartet eine solche Rally nur in den USA, nicht jedoch in Europa oder Asien.
Die wirtschaftlichen Aussichten belasten die Märkte in Deutschland und Europa zusätzlich. Laut der EU-Kommission wird die deutsche Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 0,1 Prozent schrumpfen, während für 2025 ein moderates Wachstum von 0,7 Prozent prognostiziert wird. In der gesamten Eurozone wird 2024 ein Wachstum von 0,8 Prozent erwartet. Gleichzeitig dämpfen Äußerungen von Fed-Chef Jerome Powell Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen in den USA. Powell erklärte, dass die wirtschaftliche Stabilität und die anhaltend hohe Inflation keinen Raum für schnelle Zinsanpassungen ließen. Dies führte zu einer Reduktion der Zinssenkungserwartungen an den US-Geldmärkten, was die Aktienmärkte zusätzlich belastet.
In den USA zeigte sich der Dow Jones Industrial schwächer und schloss 0,5 Prozent niedriger bei 43.511 Punkten. Auch der S&P 500 und der Nasdaq 100 mussten Verluste hinnehmen. Beide Indizes gaben nach anfänglichen Rekordständen um 1,1 beziehungsweise knapp 2 Prozent nach. Die Unsicherheiten in Bezug auf die Fiskalpolitik einer neuen US-Regierung unter Donald Trump sowie die gedämpften Zinssenkungsaussichten sorgten für Vorsicht bei den Anlegern.
Der Goldpreis konnte sich nach Verlusten stabilisieren, liegt jedoch weiterhin deutlich unter dem Rekordhoch von Ende Oktober. Auf Unternehmensebene stieg der Gaspreis in Europa nach der Ankündigung von Gazprom, die Lieferungen an die OMV einzustellen. Gleichzeitig bewegten Übernahmepläne für Evotec die Märkte, während enttäuschende Prognosen von Applied Materials die Halbleiterbranche belasteten. Zusätzlich verzeichneten europäische Impfstoffhersteller Verluste, ausgelöst durch die Nominierung eines impfkritischen Gesundheitsministers durch Donald Trump.
