Börsen trotzen Nahost-Krise mit deutlichen Gewinnen
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Die Anleger an den internationalen Finanzmärkten zeigen sich zum Wochenbeginn erstaunlich gelassen angesichts der jüngsten Eskalation im Nahen Osten zwischen dem Iran und Israel. Der deutsche Leitindex DAX legte nach sechs Verlusttagen erstmals wieder zu und schloss den Handelstag mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 23.699 Punkten. Die Verluste vom Freitag konnten damit jedoch nicht vollständig wettgemacht werden. Offenbar nutzten Investoren die jüngsten Kursrückgänge für Neueinstiege, während gleichzeitig die Hoffnung auf eine regionale Begrenzung des Konflikts anhält.
Auch der MDAX verzeichnete mit einem Zuwachs von 0,89 Prozent auf 30.006 Punkte einen positiven Verlauf. In Europa ging es für den EuroStoxx 50 um 0,9 Prozent nach oben, während der FTSE 100 in London um 0,3 Prozent zulegte. In den USA zeigte sich die Wall Street ebenfalls erholt: Der Dow Jones stieg zum europäischen Handelsschluss um 0,9 Prozent, der technologielastige Nasdaq 100 gewann sogar 1,5 Prozent.
Zu den Gewinnern im DAX zählte unter anderem Siemens Energy. Die Aktien legten infolge einer positiven Analystenbewertung um 2,4 Prozent auf 86,82 Euro zu. Das Rekordhoch von Anfang Juni bei 89,52 Euro rückte damit wieder näher. Der mögliche Verkauf der Kompressorensparte könnte zusätzliche Einnahmen bringen. Auch der Reisekonzern TUI konnte sich um rund 4 Prozent erholen, nachdem dessen Aktien zuletzt unter dem Nahost-Konflikt besonders stark gelitten hatten. Dennoch bleiben sie weiterhin unter den schwächsten Werten im deutschen Börsensegment.
Rohöl verbilligte sich am Montag trotz der geopolitischen Spannungen. Analysten sehen derzeit kein Anzeichen dafür, dass der Iran die wichtige Straße von Hormus blockieren könnte. Der Preisrückgang um über zwei Prozent auf dem Ölmarkt wurde als Signal gewertet, dass keine unmittelbare Eskalation erwartet wird. Auch Gold verlor 0,8 Prozent an Wert auf 3.417 Dollar je Feinunze, was auf eine gewisse Beruhigung unter Investoren hindeutet.
Im Devisenhandel legte der Euro wieder leicht zu und notierte über der Marke von 1,16 US-Dollar. Anleger mieden sichere Häfen wie den japanischen Yen. Daneben richtet sich der Blick der Märkte auf anstehende Zinsentscheidungen großer Notenbanken. Erwartet wird unter anderem, dass die US-Notenbank Fed ihren Leitzins zunächst unverändert lässt, obwohl politischer Druck auf eine Zinssenkung wächst.
Der Softwarekonzern Microsoft kündigte unterdessen in Europa ein neues Datenschutzkonzept an. Kundendaten sollen künftig komplett in Europa verbleiben und nur von europäischen Mitarbeitern verwaltet werden. An der NASDAQ legte die Microsoft-Aktie daraufhin zeitweise leicht zu.
