Börsen schwächeln, Konsumlaune trübt sich ein
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Die Stimmung an den deutschen Börsen bleibt gedämpft. Der DAX schloss gestern mit einem Minus von 0,18 Prozent bei 19.261,75 Punkten. Nach einem dreitägigen Anstieg und einer Annäherung an das Rekordhoch von Mitte Oktober setzte er seinen Abwärtstrend fort. Marktanalyst Jürgen Molnar von Robomarkets erklärte, die "Ernte für 2024" sei eingefahren, und angesichts der schwachen konjunkturellen Aussichten befinde sich der Markt im Leerlauf. Seit Jahresbeginn hat der DAX jedoch um fast 15 Prozent zugelegt.
Die Verbraucherstimmung in Deutschland zeigt ebenfalls Schwäche. Aktuelle Daten des GfK-Konsumklimaindex ergaben für Dezember einen Rückgang auf minus 23,3 Punkte, den tiefsten Stand seit Mai. Ökonom Andreas Scheuerle von der DekaBank sieht in der schlechten Konsumlaune einen Ausdruck der allgemeinen Unsicherheit. Negative Schlagzeilen wie Arbeitsplatzabbau tragen zur gedrückten Stimmung bei. Trotz des nahenden Weihnachtsgeschäfts halten sich die Verbraucher mit Ausgaben zurück.
Auch international bleibt die Lage uneinheitlich. Der Dow Jones erreichte erstmals die Marke von 45.000 Punkten, verlor jedoch später seine Gewinne und schloss im Minus. Während einige Konjunkturdaten aus den USA, wie die Auftragseingänge langlebiger Güter, auf eine robuste Wirtschaft hinweisen, enttäuschte der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago. Der PCE-Preisindex, ein wichtiger Indikator für die US-Notenbank, stieg um 2,3 Prozent und entsprach damit den Erwartungen. Zinssenkungserwartungen bleiben daher unverändert.
Im Technologiesektor enttäuschten Dell und HP mit zurückhaltenden Ausblicken. Ihre Aktien gaben im nachbörslichen Handel stark nach. Auch der Ölmarkt setzte seine Schwäche fort, trotz eines stärkeren Rückgangs der US-Rohölvorräte als erwartet. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 71,89 Dollar, 0,8 Prozent weniger als am Vortag.
Auf Unternehmensebene sorgt Volkswagen mit dem Verkauf seines umstrittenen Werks in der chinesischen Region Xinjiang für Aufmerksamkeit. Der Schritt erfolgt nach Kritik an Menschenrechtsverletzungen und wird mit wirtschaftlichen Gründen begründet. Zu den Gewinnern am DAX gehörten unterdessen Henkel und Beiersdorf, deren Aktien von einer optimistischen Branchenbewertung profitierten.
Easyjet verzeichnete einen deutlichen Gewinnanstieg im vergangenen Geschäftsjahr. Der Umsatz stieg um 14 Prozent, und der Vorsteuergewinn legte um ein Drittel zu. Demgegenüber konnte der Immobilienkonzern Aroundtown seine Verluste zwar reduzieren, musste jedoch einen Rückgang des operativen Ergebnisses hinnehmen. Der Euro erholte sich am Devisenmarkt, während die Ölpreise weiter sanken.
