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Börsen reagieren nervös auf Trumps Zollpolitik

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Börsen reagieren nervös auf Trumps Zollpolitik

Die Aktienmärkte haben am Montag stark auf die jüngsten Entwicklungen in der US-Zollpolitik reagiert. Der DAX musste seine Rekordrally abrupt beenden und verzeichnete zum Handelsschluss ein Minus von 1,40 Prozent auf 21.428,24 Punkte. Zwischenzeitlich fiel der Leitindex um bis zu 2,2 Prozent auf 21.253 Punkte, konnte jedoch durch die Nachricht über eine einmonatige Aussetzung der US-Zölle gegen Mexiko einen Teil der Verluste eindämmen.

Die Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump, hohe Zölle auf Einfuhren aus Mexiko, Kanada und China zu erheben, sorgte weltweit für Unruhe an den Börsen. Besonders die Kapitalmärkte in Europa reagierten empfindlich. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum gab nach einem Gespräch mit Trump bekannt, dass die Zölle auf mexikanische Produkte vorerst ausgesetzt werden. Während dies für eine leichte Erholung sorgte, bleiben die Unsicherheiten über die Handelsbeziehungen der USA mit anderen Ländern bestehen. Die geplanten Strafzölle gegen Kanada und China sollen wie vorgesehen in Kraft treten.

Auch an den US-Börsen setzte sich die negative Tendenz fort. Der Dow Jones Industrial verzeichnete ein Minus von 0,23 Prozent auf 44.441 Punkte, nachdem er zuvor bis zu 1,5 Prozent eingebrochen war. Der S&P 500 sank um 0,65 Prozent auf 6.000 Punkte, während der Nasdaq 100 um 0,74 Prozent auf 21.318 Zähler nachgab. Analysten warnen vor den wirtschaftlichen Folgen eines eskalierenden Handelskonflikts, der nicht nur die Aktienmärkte, sondern auch das globale Wachstum beeinträchtigen könnte.

An den Devisenmärkten zeigte sich der Euro zunächst unter Druck, konnte sich am Abend jedoch erholen und wurde zuletzt bei 1,03 US-Dollar gehandelt. Die Erwartung, dass die Zölle die Inflation anheizen und die Geldpolitik der US-Notenbank beeinflussen könnten, hatte den Dollar zunächst gestärkt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0274 US-Dollar fest. Der mexikanische Peso konnte sich nach der Ankündigung der Zoll-Aussetzung um rund ein Prozent erholen, nachdem er zuvor ein Dreijahrestief erreicht hatte.

Am Rohstoffmarkt setzte sich die Goldpreis-Rally fort. Das Edelmetall erreichte mit 2.821 US-Dollar je Feinunze ein neues Rekordhoch. Experten gehen davon aus, dass Gold weiterhin als sicherer Hafen gefragt bleibt, falls sich die handelspolitischen Spannungen weiter verschärfen. Die Ölpreise gaben hingegen nach. Brent-Öl verbilligte sich um etwa ein Prozent auf 75,59 US-Dollar pro Barrel, während WTI-Öl um 1,7 Prozent auf 72,88 US-Dollar nachgab.

Die Unsicherheiten an den Märkten wirken sich auch auf Unternehmen aus. Besonders betroffen ist die europäische Automobilbranche, die deutliche Verluste verzeichnete. Der europäische Branchenindex fiel zwischenzeitlich um 4,5 Prozent, konnte sich später aber etwas erholen. Volkswagen begrenzte seine Verluste auf vier Prozent.

In Kanada führte die US-Zollpolitik zu einer politischen Reaktion. Die Provinz Ontario kündigte einen milliardenschweren Vertrag mit dem Satellitennetzwerk Starlink des US-Unternehmers Elon Musk. Premier Doug Ford begründete dies mit den neuen US-Zöllen auf kanadische Importe und erklärte, dass US-Unternehmen künftig von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen würden.

Unternehmensnachrichten bestimmten ebenfalls den Handelstag. Die VW-Tochter Porsche kündigte einen möglichen Umbau des Vorstands an, der Finanzvorstand Lutz Meschke und Vertriebsvorstand Detlev von Platen betreffen könnte. Zudem gaben die Reedereien Hapag-Lloyd und Maersk bekannt, künftig ihre Laderäume im Rahmen einer neuen Allianz zu teilen.

Der französische Pharmakonzern Sanofi tätigte einen milliardenschweren Aktienrückkauf. Das Unternehmen erwarb 29,6 Millionen eigene Aktien im Wert von rund drei Milliarden Euro zu einem Preis von 101,50 Euro je Anteilsschein. Dies entspricht einem Rückkauf von 2,3 Prozent des Grundkapitals des Unternehmens.

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