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Börsen reagieren auf Trumps Zollpolitik mit Unsicherheit

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Börsen reagieren auf Trumps Zollpolitik mit Unsicherheit

Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die Einfuhrzölle auf Waren aus Mexiko und Kanada vorerst auszusetzen, hatte an den Börsen für kurzfristige Entspannung gesorgt. Der deutsche Leitindex DAX schloss mit einem Plus von 0,36 Prozent bei 21.505 Punkten, nachdem er bereits am Vortag leichte Erholungen verzeichnet hatte. Auch an der Wall Street hatte sich die Ankündigung positiv ausgewirkt. Der Dow Jones Industrial legte nach einem schwachen Auftakt um 0,06 Prozent auf 44.448 Punkte zu, während der marktbreite S&P 500 um 0,54 Prozent auf 6.027 Punkte stieg. Besonders stark erholte sich der technologielastige Nasdaq 100 mit einem Plus von 1,11 Prozent auf 21.534,77 Zähler.

Trotz dieser Erleichterung blieb die Unsicherheit am Markt hoch. Experten wiesen darauf hin, dass unklar war, ob die Zölle in 30 Tagen tatsächlich in Kraft treten oder ob Trump bis dahin weitere Zugeständnisse von Mexiko und Kanada erwartete. Auch in der EU wurde eine dauerhafte Entspannung nicht erwartet, da jederzeit neue US-Zölle drohen könnten. Gleichzeitig hatte China angekündigt, Vergeltungszölle auf US-Importe zu erheben. Das Pekinger Finanzministerium teilte mit, dass Kohle und verflüssigtes Erdgas mit einem Zuschlag von 15 Prozent belegt werden sollten, während für Öl und landwirtschaftliche Maschinen ein Zusatzsatz von zehn Prozent geplant war. Diese Entwicklungen könnten das Risiko eines offenen Handelskriegs zwischen den USA und China weiter erhöhen.

Die Handelsstreitigkeiten wirkten sich auf die Finanzmärkte aus. Marktanalysten sahen in den vergangenen 24 Stunden ein Beispiel für die hohe Volatilität, mit der Anleger in Zukunft rechnen mussten. In Trumps erster Amtszeit hatten ähnliche Konflikte zu teils erheblichen Kursrückgängen geführt, die jedoch oft von anschließenden Erholungen begleitet wurden. Langfristig blieb die Entwicklung der globalen Wirtschaft unsicher, insbesondere da die wirtschaftlichen Auswirkungen der Zollpolitik schwer abzuschätzen waren.

Neben dem Handelsstreit sorgten Unternehmensnachrichten für Bewegung an den Märkten. Der Pharmakonzern Merck & Co setzte die Lieferungen seines HPV-Impfstoffs nach China bis mindestens Mitte 2025 aus und begründete dies mit wirtschaftlichen Problemen und Pekings Anti-Korruptionskampagne im Gesundheitssektor. Pfizer hingegen konnte mit einem starken Schlussquartal 2024 überzeugen und bestätigte seinen positiven Ausblick für das neue Jahr. Auch der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall sicherte sich einen milliardenschweren Auftrag zur Digitalisierung der Bundeswehr.

Weitere Unternehmensmeldungen betrafen unter anderem den Musik-Streamingdienst Spotify, der mit seiner Gewinnprognose die Erwartungen deutlich übertraf, sowie den Mobilfunkkonzern Vodafone, der im dritten Quartal ein Umsatzplus von fünf Prozent erzielte. Nintendo korrigierte hingegen seine Absatzprognose für die Spielkonsole Switch nach unten, während Tesla einen Absatzeinbruch in Kalifornien hinnehmen musste. Die französische Bank BNP Paribas verzeichnete dank starker Geschäfte im Investmentbanking einen deutlichen Gewinnanstieg, und die Schweizer UBS konnte am Jahresende einen höheren Gewinn als erwartet verbuchen.

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