Börsen in Asien starten mit deutlichen Verlusten
Gewinnmitnahmen und Konjunktursorgen belasten Märkte in Japan und China

Japans Anleger zeigten sich zu Beginn der Handelswoche zurückhaltend und nahmen Gewinne mit, was zu deutlichen Verlusten an den dortigen Börsen führte. Der Nikkei-Index, der 225 führende Werte umfasst, sank um 1,5 Prozent und schloss bei 39.307 Punkten. Auch der breiter gefasste Topix gab ein Prozent nach und stand bei 2756 Zählern. Diese Entwicklung folgt auf eine Jahresendrally, bei der ausländische Investoren nur begrenzt aktiv waren. Shigetoshi Kamada, Chefanalyst beim Broker Tachibana, sieht das neutrale Niveau für den Nikkei bei 39.400 Punkten. Trotz der Verluste bleibt das staatliche Aktieninvestitionsprogramm Nisa von Interesse, das Privatanlegern steuerfreie Investitionen ermöglicht und darauf abzielt, die hohen Ersparnisse der japanischen Haushalte stärker in den Kapitalmarkt einzubinden.
In China zeigten sich die Börsen ebenfalls schwach, obwohl positive Konjunkturdaten veröffentlicht wurden. Sorgen über die wirtschaftliche Erholung des Landes belasteten die Märkte. Der Shanghai Composite Index fiel leicht um 0,1 Prozent auf 3207 Punkte, während der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stagnierte bei 3769 Punkten. Berichten zufolge haben die Börsen in Shanghai und Shenzhen einige große Investmentfonds aufgefordert, Verkäufe von Aktien zu Beginn des Jahres einzuschränken. Diese Maßnahme soll den Verkaufsdruck verringern und die Marktstabilität stärken. Fondsmanager wurden angewiesen, bei einem Überhang von Verkäufen neue Positionen aufzubauen, um die Differenz auszugleichen.
Die chinesischen Märkte hatten bereits in den ersten Tagen des Jahres Verluste von rund vier Prozent verzeichnet. Der Yuan fiel auf 7,33 Yuan je US-Dollar und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 16 Monaten. Investoren zeigen sich besorgt über die wirtschaftliche Lage der Volksrepublik, insbesondere im Hinblick auf mögliche Zölle der USA unter der neuen Regierung. Dies könnte die ohnehin schwächelnde chinesische Wirtschaft zusätzlich unter Druck setzen.
Unterdessen richtet sich das Augenmerk der globalen Märkte auf die Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten in dieser Woche. In Europa stehen Inflationszahlen aus Deutschland und der EU im Fokus, die weitere Entscheidungen der Europäischen Zentralbank beeinflussen könnten. In den USA wird am Freitag der Arbeitsmarktbericht für Dezember erwartet, der einen Zuwachs von 150.000 Stellen prognostiziert. Diese Daten könnten die Erwartungen an Zinssenkungen der US-Notenbank beeinflussen. In China werden Verbraucherpreisdaten am Donnerstag veröffentlicht, die weitere Konjunkturmaßnahmen stützen könnten.
