Börsen im Wartestand vor Fed-Entscheid und Zahlen
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Die Anleger an den deutschen Börsen blicken mit vorsichtigem Optimismus auf die anstehenden Entscheidungen der US-Notenbank und die bevorstehenden Quartalszahlen großer US-Technologiekonzerne. Der DAX konnte gestern nach schwachem Start leicht zulegen und schloss mit einem Plus von 0,19 Prozent bei 24.262 Punkten. Das Rekordhoch von Anfang Juli bei 24.639 Punkten bleibt dennoch ein gutes Stück entfernt. Belastend wirken die zuletzt getrübten Gewinnaussichten für deutsche Unternehmen sowie die üblicherweise schwächere saisonale Phase in den kommenden Wochen.
An der Wall Street herrscht vor den entscheidenden Ereignissen Zurückhaltung. Der Dow Jones geriet zuletzt leicht unter Druck, während die Technologiebörse Nasdaq weiter positive Tendenzen zeigt. Besonders im Fokus stehen die Geschäftszahlen von Microsoft und Meta, die nach Börsenschluss veröffentlicht werden. Parallel dazu erwartet der Markt mit Spannung den Leitzinsentscheid der US-Notenbank. Experten rechnen überwiegend damit, dass die Fed den Zins in der Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent belässt, obwohl sich mit Christopher Waller und Michelle Bowman zwei Mitglieder offen für eine Senkung ausgesprochen haben. Waller gilt als möglicher Nachfolger von Fed-Chef Jerome Powell.
Die US-Konjunkturdaten sprechen derweil für wirtschaftliche Stärke: Das Bruttoinlandsprodukt legte im zweiten Quartal annualisiert um drei Prozent zu – deutlich mehr als erwartet. Auch der Arbeitsmarkt zeigte sich mit einem Zuwachs von 104.000 neuen Stellen in der Privatwirtschaft stabil. In Deutschland hingegen schrumpfte das BIP leicht um 0,1 Prozent, was unter anderem auf Trumps Zollpolitik zurückgeführt wird. Analysten setzen auf eine Belebung im Herbst, getrieben durch staatliche Investitionen.
Unter den Unternehmen zeigten sich gemischte Entwicklungen. Adidas litt unter dem starken Euro und verlor über elf Prozent an Wert, konnte aber währungsbereinigt ein Umsatzplus verzeichnen. Mercedes-Benz meldete einen massiven Gewinneinbruch von 69 Prozent. Porsche kappte erneut seine Prognose, während Siemens Healthineers nach oben korrigierte. BASF warnte vor einem konjunkturellen Abschwung, Symrise stellte sich auf geringeres Wachstum, aber höhere Margen ein. Auto1 und Krones zeigten sich trotz Unsicherheiten robust, Befesa profitierte trotz Wartungsarbeiten.
Abseits der Quartalsberichte sorgten weitere Meldungen für Bewegung. Evotec plant den Verkauf eines französischen Standorts an Sandoz. Heidelberger Druck profitierte von einem Rüstungsdeal, die Aktie stieg deutlich. Santander überraschte mit einem Rekordgewinn, während Starbucks den sechsten Umsatzrückgang in Folge verzeichnete. Visa konnte dank starker Konsumausgaben Umsatz und Gewinn steigern.
