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Börsen im Aufwind nach Zollpause der USA

Neue Zölle gegen China und Insiderhandel-Vorwürfe sorgen dennoch für Unsicherheit

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 Börsen im Aufwind nach Zollpause der USA

Die Ankündigung einer vorläufigen Aussetzung der US-Zölle auf Importe aus der Europäischen Union hatte an den europäischen Börsen für Erleichterung gesorgt. Der deutsche Leitindex DAX legte deutlich zu und schloss mit einem Tagesgewinn von 4,8 Prozent bei 20.631 Punkten. Zuvor hatte der DAX im Tagesverlauf sogar um mehr als acht Prozent zugelegt, konnte aber die 100-Tage-Durchschnittslinie nicht überwinden. Auch der MDAX und der EuroStoxx 50 verzeichneten deutliche Kurszuwächse.

US-Präsident Donald Trump hatte am Vortag überraschend angekündigt, die erst kürzlich eingeführten Sonderzölle für Importe aus bestimmten Ländern, darunter der EU, für 90 Tage auszusetzen. Stattdessen galt in diesem Zeitraum ein pauschaler Zollsatz von zehn Prozent. Trotz dieser Entwicklung blieb die Lage an den internationalen Finanzmärkten angespannt, da sich der Zollkonflikt zwischen den USA und China weiter zuspitzte. Trump erhöhte die Zölle auf chinesische Importe auf 145 Prozent, was zu deutlichen Kursverlusten an der Wall Street führte.

Die US-Leitindizes gerieten unter Druck. Der Dow Jones verlor 3,4 Prozent, der S&P 500 gab um 4,1 Prozent nach, und der Nasdaq 100 sank um 4,5 Prozent. Marktanalysten beschrieben die Situation als äußerst volatil und verwiesen auf die hohen wirtschaftlichen Kosten der unberechenbaren Zollpolitik. Auch die deutsche Wirtschaft blieb nicht verschont. Führende Wirtschaftsinstitute rechneten für dieses Jahr nur noch mit einem Wachstum von 0,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Die US-Inflation war im März auf 2,4 Prozent zurückgegangen, was dem Verkaufsdruck an den Märkten etwas entgegenwirkte. Dennoch warnte die US-Notenbank vor möglichen Preissteigerungen infolge neuer Importzölle. Parallel dazu stieg der Goldpreis weiter auf rund 3.128 Dollar pro Feinunze. Der Euro legte gegenüber dem US-Dollar zu und erreichte den höchsten Stand seit Ende September 2024.

Unterdessen wurde Kritik an einem Social-Media-Post von Präsident Trump laut, in dem er kurz vor der Zollankündigung zum Aktienkauf geraten hatte. Politiker der Demokraten forderten eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Insiderhandel. Weitere Schlagzeilen machten Unternehmensnachrichten aus der Mode- und Technologiebranche, darunter die Übernahme von Versace durch Prada, Probleme bei Louis Vuitton in Texas sowie der geplante Stellenabbau bei STMicroelectronics.

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