Boeing plant Milliarden-Kapitalerhöhung zur Krisenbewältigung
Streiks und Verluste zwingen den Konzern zu drastischen Finanzmaßnahmen

Boeing steht vor einer erheblichen finanziellen Herausforderung und plant eine Kapitalerhöhung von mehr als 15 Milliarden Dollar, um seine angeschlagene finanzielle Lage zu stabilisieren. Laut Insidern soll das frische Kapital durch eine Mischung aus Aktienverkäufen und wandelbaren Vorzugsaktien aufgebracht werden. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die finanziellen Belastungen abzufedern, die durch den anhaltenden Streik von rund 30.000 Mitarbeitern in den US-Werken entstanden sind. Der Streik hat die Produktion erheblich beeinträchtigt und trägt dazu bei, dass sich die finanzielle Lage des Konzerns weiter verschlechtert.
Boeing hatte bereits in regulatorischen Dokumenten darauf hingewiesen, dass es bis zu 25 Milliarden Dollar durch den Verkauf von Aktien und Schulden aufnehmen könnte. Das Unternehmen strebt damit an, seine Finanzen zu stabilisieren und sein Investment-Grade-Rating zu schützen. Bisher hat Boeing jedoch keine offizielle Stellungnahme zu den geplanten Maßnahmen abgegeben. Die Finanzprobleme des Unternehmens sind nicht zuletzt auf die Krise um das Modell 737 Max zurückzuführen, die seit längerem anhält und durch verschärfte behördliche Kontrollen sowie Produktionseinschränkungen verstärkt wird.
Ein weiteres Problem, das zur aktuellen Lage beigetragen hat, ist ein Vorfall Anfang des Jahres, bei dem sich eine Kabinentür während des Fluges gelöst hatte. Dieser Zwischenfall führte zu einer erneuten Überprüfung der Sicherheitsstandards und verschärften Auflagen seitens der Behörden, was das Vertrauen der Kunden weiter schwächte. Im ersten Quartal 2024 verzeichnete Boeing einen Verlust von rund sechs Milliarden Dollar, was die Notwendigkeit zusätzlicher Finanzmittel unterstreicht.
Um die Liquidität zu sichern, hat der Konzern kürzlich eine Kreditvereinbarung über zehn Milliarden Dollar mit führenden Banken abgeschlossen. Zusätzlich plant Boeing den Abbau von 17.000 Arbeitsplätzen, was etwa zehn Prozent der weltweiten Belegschaft entspricht. Diese Maßnahme soll helfen, die Kosten zu senken und die finanzielle Situation zu verbessern. Dennoch drohen die Ratingagenturen S&P, Moody's und Fitch mit einer Herabstufung auf Ramschniveau, sollte Boeing weitere Schulden aufnehmen, ohne gleichzeitig bestehende Verbindlichkeiten zu reduzieren.
