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Boeing pausiert Gespräche mit Ingenieursgewerkschaft

Tarifverhandlungen nach Spirit-Übernahme sollen im Januar fortgesetzt werden

2 Min
Boeing pausiert Gespräche mit Ingenieursgewerkschaft

Die Vertragsverhandlungen zwischen Boeing und der Gewerkschaft der ehemaligen Ingenieure von Spirit AeroSystems werden vorerst unterbrochen und sollen am 5. Januar wieder aufgenommen werden. Betroffen sind rund 1.600 angestellte Gewerkschaftsmitglieder am Standort Wichita im US-Bundesstaat Kansas, die nach der Übernahme von Spirit AeroSystems durch Boeing künftig unter den Dach des Flugzeugbauers fallen. Die Gespräche betreffen einen bestehenden Tarifvertrag, der Ende Januar 2026 ausläuft.

Vertreter der Gewerkschaft Society of Professional Engineering Employees in Aerospace, kurz SPEEA, teilten mit, dass die Verhandlungen nach dem Start zunächst ausgesetzt worden seien. Hintergrund seien arbeitsrechtliche Vorgaben, nach denen Gespräche erst nach Abschluss der Übernahme beginnen durften. Boeing hatte den Großteil von Spirit AeroSystems am 8. Dezember übernommen, während der europäische Flugzeughersteller Airbus einzelne Unternehmensteile erwarb.

Nach Angaben der Gewerkschaft hatte Boeing um die Unterbrechung der Gespräche bis Anfang Januar gebeten. Die Verhandlungsführer von SPEEA äußerten sich kritisch über den bisherigen Verlauf. Sie erklärten, Boeing sei nicht ausreichend auf die Gespräche vorbereitet gewesen, obwohl der bestehende Vertrag bereits seit sechs Jahren laufe und ein Auslaufen absehbar sei. Diese Situation habe innerhalb der Gewerkschaft für erheblichen Unmut gesorgt.

Boeing wies die Kritik zurück und erklärte, die Integration der Beschäftigten in Wichita sei ein sehr komplexer Prozess. Man nehme sich bewusst die notwendige Zeit, um die Verhandlungen sorgfältig zu führen. Zudem verwies ein Sprecher darauf, dass der aktuelle Tarifvertrag noch mehrere Wochen gültig sei und daher ausreichend Zeit für umfassende Verhandlungen bestehe.

SPEEA vertritt neben den betroffenen Ingenieuren in Kansas auch rund 16.000 Beschäftigte von Boeing im Bundesstaat Washington. Die aktuellen Gespräche sind Teil einer größeren Neuordnung der Arbeitsbeziehungen im Zuge der Aufteilung und Übernahme von Spirit AeroSystems. Der Verkauf an Boeing und Airbus hat die globale Lieferkette der Luftfahrtindustrie verändert und neue Herausforderungen für den US-Flugzeugbauer mit sich gebracht.

Parallel dazu bestehen weitere Tarifverträge bei Boeing. Die größte Gewerkschaft im Unternehmen, die International Association of Machinists and Aerospace Workers, vertritt mehrere tausend Produktionsmitarbeiter in Wichita sowie etwa 33.000 Mitglieder in den Bundesstaaten Washington und Oregon. Die Entwicklungen in Wichita werden daher auch in anderen Teilen des Konzerns aufmerksam verfolgt, da sie Einfluss auf künftige arbeitsrechtliche und organisatorische Entscheidungen haben können.

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