ANZEIGE

Boeing erhöht Löhne um 30 Prozent im Tarifstreit

Gewerkschaft lehnt Angebot als unzureichend ab – Produktion in Seattle betroffen

2 Min
Boeing erhöht Löhne um 30 Prozent im Tarifstreit

Der US-amerikanische Flugzeughersteller Boeing hat im Tarifkonflikt mit streikenden Mitarbeitern ein überarbeitetes Gehaltsangebot vorgelegt. Demnach sollen die Löhne in den kommenden vier Jahren um 30 Prozent steigen. Zuvor war eine Erhöhung um 25 Prozent vorgesehen, während die Gewerkschaft IAM eine Steigerung von 40 Prozent fordert. Neben der Gehaltserhöhung plant Boeing auch Bonuszahlungen, die ursprünglich abgeschafft werden sollten, wieder einzuführen. Zudem wird eine Leistungsprämie angeboten und eine Verbesserung der Altersvorsorge in Aussicht gestellt. Das Unternehmen bezeichnete dieses Angebot als sein „bestes und letztes“.

Die Gewerkschaft wies das Angebot jedoch als unzureichend zurück. Ihrer Ansicht nach gehe der Vorschlag nicht weit genug, um die Sorgen der Belegschaft zu zerstreuen. Sie kritisierte zudem, dass das Angebot ohne erneute Verhandlungen vorgelegt wurde und warf Boeing vor, durch diese Strategie die Solidarität der Mitglieder schwächen zu wollen. Trotz der Ablehnung sollen die Gewerkschaftsmitglieder über die neuen Vorschläge befragt werden.

Der Konflikt zwischen Boeing und der Gewerkschaft verschärfte sich im September, als die Arbeitnehmer in den Streik traten. Rund 33.000 Beschäftigte hatten das ursprüngliche Angebot des Unternehmens mit einer deutlichen Mehrheit abgelehnt. Seitdem sind die Fronten zwischen den Parteien verhärtet. Die Arbeitsniederlegungen betreffen vor allem die Produktion der Boeing-Modelle 737 und 777 in Seattle, einem der wichtigsten Produktionsstandorte des Unternehmens.

Für Boeing kommt der Streik zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da der Konzern bereits mit Verzögerungen bei der Auslieferung von Flugzeugen kämpft. Die 737-Reihe, eines der Bestseller-Modelle des Unternehmens, ist besonders von den Verzögerungen betroffen. Zusätzlich befindet sich Boeing nach einer Serie von Pannen in einer Krise. Ein schwerwiegender Vorfall im Januar führte dazu, dass die Produktion der 737-Reihe nicht ausgeweitet werden darf. Auch das neue Modell 777X musste nach Schäden bei Testflügen gestoppt werden.

Die Auswirkungen des Streiks sind für Boeing erheblich. Neben einem Einstellungsstopp und der Beurlaubung tausender Mitarbeiter wurden Dienstreisen auf ein Minimum reduziert. Streiks sind bei Boeing selten, der letzte fand 2008 statt und kostete den Konzern damals geschätzte zwei Milliarden Dollar.

BoeingLuftverkehrArbeitsrechtStreik Lohnerhöhung Gewerkschaften

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer