Boeing einigt sich mit Spirit-Mitarbeitern auf Tarifvertrag
Boeing hat mit der Gewerkschaft SPEEA eine vorläufige Tarifeinigung für rund 1.600 ehemalige Spirit AeroSystems-Mitarbeiter erzielt. Der Deal beinhaltet deutlich bessere Konditionen und einen Ratifizierungsbonus von 6.000 Dollar.

Der US-Flugzeugbauer Boeing hat sich mit der Gewerkschaft SPEEA (Society of Professional Engineering Employees in Aerospace) auf einen neuen Tarifvertrag für etwa 1.600 Büroangestellte am Standort Wichita, Kansas geeinigt. Die Mitarbeiter waren zuvor bei Spirit AeroSystems beschäftigt, das Boeing im Dezember 2024 für 4,7 Milliarden Dollar übernommen hatte.
Deutliche Verbesserungen bei Gehalt und Sozialleistungen
Das Verhandlungsteam der Gewerkschaft empfiehlt den Mitgliedern einstimmig die Annahme des Boeing-Angebots. "Das Angebot bietet uns bessere medizinische Leistungen, bessere Zahnversicherungsleistungen, mehr Urlaubstage und angemessene Gehaltspools für Erhöhungen", erklärte James Hatfield, Vorsitzender des Verhandlungsteams.
Konkret sieht der Vorschlag eine Erhöhung der Lohnpools um 20 Prozent über einen Zeitraum von rund fünf Jahren vor. Zusätzlich werden die jährlichen Beförderungsmittel um 50 Prozent gesteigert. Bei Ratifizierung erhalten die Mitarbeiter einen einmaligen Bonus von 6.000 Dollar.
Langfristige Altersvorsorge gestärkt
Ein besonderes Highlight des Vertrags ist die deutliche Verbesserung bei der Altersvorsorge. Ab 2027 wird Boeing einen 401(k)-Matching-Beitrag von 10 Prozent leisten – eine signifikante Erhöhung gegenüber den bisherigen Konditionen bei Spirit AeroSystems.
Boeing zeigte sich zufrieden mit der Einigung: "Wir freuen uns, dass der Verhandlungsausschuss der Gewerkschaft unser bestes und finales Angebot vollständig befürwortet hat. Wir ermutigen unsere Mitarbeiter, mit 'Ja' zu stimmen", so ein Unternehmenssprecher.
Abstimmung bis Ende Januar
Die Gewerkschaftsmitglieder haben bis zum 30. Januar 2025 um 17 Uhr Zeit, über den Vorschlag abzustimmen. Der aktuelle Sechsjahresvertrag läuft am 31. Januar 2026 aus. Die Verhandlungen konnten aufgrund arbeitsrechtlicher Beschränkungen erst nach Abschluss der Spirit-Übernahme am 8. Dezember beginnen.
Die Gespräche verliefen nicht ohne Spannungen. Sie waren bis zum 5. Januar unterbrochen worden, nachdem die Gewerkschaft Boeing vorgeworfen hatte, unvorbereitet in die Verhandlungen gegangen zu sein. Die nun erzielte Einigung zeigt jedoch, dass beide Seiten zu einem konstruktiven Ergebnis kommen konnten.
