BNP Paribas verfehlt Erwartungen im dritten Quartal
Integration von AXA IM und höhere Rückstellungen drücken auf den Gewinn

BNP Paribas hat im dritten Quartal die Gewinnerwartungen verfehlt. Die Integration von AXA Investment Managers sowie höhere Rückstellungen für notleidende Kredite belasteten das Ergebnis. Der Nettogewinn lag zwischen Juli und September bei 3,04 Milliarden Euro und damit leicht unter dem durchschnittlichen Analystenkonsens von 3,09 Milliarden Euro. Die Erträge stiegen um 5,3 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro, blieben jedoch ebenfalls unter den Prognosen.
Das Quartal war das erste, in dem die Übernahme von AXA Investment Managers in den Konzernzahlen vollständig berücksichtigt wurde. Die Integration des im Frühjahr für 5,1 Milliarden Euro erworbenen Fondsanbieters verursachte bislang Kosten in Höhe von rund 690 Millionen Euro. Laut BNP Paribas sollen sich bis 2029 Vorsteuer-Synergien von 550 Millionen Euro ergeben. Die Bank erwartet eine Rendite auf das investierte Kapital von 18 Prozent im Jahr 2028 und 22 Prozent im Folgejahr.
Die regulatorischen Kapitalanforderungen erschweren allerdings die Realisierung der finanziellen Vorteile der Transaktion. Ziel des Zukaufs ist es, das provisionsbasierte Geschäft auszubauen und die Abhängigkeit vom kapitalintensiven Kreditgeschäft zu reduzieren. Damit möchte BNP Paribas im europäischen Vermögensverwaltungsgeschäft zu Wettbewerbern wie Amundi und den großen US-Banken aufschließen.
Die Rückstellungen für Kreditausfälle stiegen im dritten Quartal um 24 Prozent auf 905 Millionen Euro. Innerhalb der Sparte Global Markets betrugen sie 190 Millionen Euro nach lediglich 11 Millionen im Vorjahresquartal. Die Bank sprach von einer „spezifischen Kreditsituation“, ohne weitere Details zu nennen.
Im Investmentbanking legten die Erträge um 4,5 Prozent auf 4,46 Milliarden Euro zu, während der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen um 3,7 Prozent wuchs. Damit blieb BNP Paribas deutlich hinter der Entwicklung der US-Konkurrenz zurück. Goldman Sachs hatte in diesem Bereich ein Plus von 17 Prozent gemeldet, JPMorgan sogar einen Zuwachs von 25 Prozent.
Trotz der Belastungen profitierte die Sparte Privat- und Firmenkundengeschäft von höheren Zinsen. Die Nettozinsmarge im Euroraum erhöhte sich um 4,5 Prozent. BNP Paribas bestätigte ihre Prognose für einen Nettogewinn von mehr als 12,2 Milliarden Euro im Jahr 2025 sowie eine Eigenkapitalrendite von 13 Prozent bis 2028.
