BMW rutscht mit Gewinn im ersten Quartal ab
Schwaches China-Geschäft und drohende Zölle belasten die Jahresbilanz deutlich

Der Münchner Autobauer BMW hat das erste Quartal 2025 mit einem deutlichen Gewinneinbruch abgeschlossen. Nach Unternehmensangaben sank der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26,4 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Ausschlaggebend für das schwache Ergebnis war vor allem die rückläufige Geschäftsentwicklung in China. Der dortige Markt war im ersten Quartal stark eingebrochen, was sich auch in den weltweiten Verkaufszahlen niederschlug. Insgesamt setzte BMW 586.000 Fahrzeuge ab – ein Minus von 1,4 Prozent. Der Umsatz fiel auf 33,8 Milliarden Euro und lag damit 7,8 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.
Trotz des schwachen Jahresauftakts hält BMW an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest. Konzernchef Oliver Zipse erklärte, dass in einem anspruchsvollen Umfeld besonders Strategie, Produktpalette und Flexibilität entscheidend seien. Man sehe sich in der Lage, die unterschiedlichen Kundenwünsche weltweit zu bedienen und so robuste Ergebnisse zu erzielen. Die Prognose vom März sieht weiterhin eine operative Gewinnmarge im Automobilbereich zwischen fünf und sieben Prozent vor. Diese Einschätzung berücksichtigt bereits die zu jenem Zeitpunkt geltenden US-Zölle, deren Auswirkungen auf rund eine Milliarde Euro beziffert wurden.
Die zuletzt gestiegenen US-Zölle haben das Konzernergebnis im ersten Quartal kaum belastet, könnten jedoch im weiteren Jahresverlauf eine größere Rolle spielen. BMW geht davon aus, dass es ab Juli zu einer teilweisen Rücknahme der Zollerhöhungen kommen könnte. Parallel dazu wurden laut Unternehmensangaben Gegenmaßnahmen eingeleitet, um die Auswirkungen der Zölle zu begrenzen. Die Nachfrage nach Fahrzeugen ziehe in vielen Märkten wieder an, unterstützt durch stabilere Preise und sinkende Leitzinsen.
Auch im Vergleich zur deutschen Konkurrenz war der Rückgang bei BMW moderater. Mercedes-Benz musste im gleichen Zeitraum einen Gewinneinbruch von 43 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro hinnehmen. Audi verzeichnete einen Gewinn von 630 Millionen Euro, was einem Rückgang von 14,4 Prozent entsprach – allerdings basierte dieser Vergleich auf einem bereits schwachen Vorjahresquartal. Bei Volkswagen, dem Mutterkonzern von Audi, belief sich der Gewinn auf 2,2 Milliarden Euro, ein Minus von 41 Prozent.
BMW warnte dennoch davor, dass sich der weitere Geschäftsverlauf von den bisherigen Erwartungen unterscheiden könne. Neben neuen Zöllen könnten insbesondere dauerhaft erhöhte US-Zölle auf Importe aus der EU zusätzliche Belastungen mit sich bringen. BMW produziert zwar rund 400.000 Fahrzeuge jährlich in den USA, exportiert jedoch einen großen Teil davon. Gleichzeitig ist das Unternehmen weiterhin auf Importe von Fahrzeugen und Teilen angewiesen.
