Blackstone und Blitzer kaufen IPL-Franchise RCB für 1,8 Milliarden Dollar
Ein internationales Konsortium übernimmt Royal Challengers Bengaluru und setzt damit ein starkes Signal für den globalen Cricket-Markt.

Ein Konsortium unter Beteiligung des US-Finanzriesen Blackstone und des renommierten Sportinvestors David Blitzer hat das Indian-Premier-League-Franchise Royal Challengers Bengaluru (RCB) für umgerechnet 1,78 Milliarden US-Dollar erworben. Der Deal entspricht einem Kaufpreis von 166 Milliarden Rupien und zählt damit zu den größten Transaktionen im globalen Sportgeschäft. Verkäufer ist United Spirits, eine Tochtergesellschaft des britischen Spirituosenkonzerns Diageo, die sich damit von einem Nicht-Kerngeschäft trennt.
David Blitzer gehört zu den aktivsten Sportinvestoren weltweit. Über sein Vehikel Bolt Ventures hält er Beteiligungen in der englischen Premier League, der NBA, der NFL, der NHL und der Major League Baseball. Sein Einstieg bei RCB unterstreicht das wachsende internationale Interesse an der IPL als Investitionsziel.
Starkes Konsortium mit indischen Partnern
Dem Käuferkonsortium gehören neben Blitzers Bolt Ventures und Blackstones Perpetual-Private-Equity-Strategie BXPE auch die Aditya Birla Group sowie die Times of India Group an. Aryaman Vikram Birla, Direktor der Aditya Birla Group und ehemaliger Rajasthan-Royals-Spieler, wird als Chairman von RCB fungieren. Satyan Gajwani von der Times of India Group übernimmt den Posten des Vice Chairman.
Die Transaktion bedarf noch der Genehmigung des Board of Control for Cricket in India (BCCI) sowie der indischen Wettbewerbsbehörde Competition Commission of India. Erst nach diesen regulatorischen Freigaben kann der Eigentümerwechsel vollzogen werden.
IPL: Eine der wertvollsten Sportligen der Welt
Die Indian Premier League wurde 2008 gegründet und zählt heute zu den reichsten Cricket-Ligen weltweit. Die US-Investmentbank Houlihan Lokey bewertete das gesamte IPL-Geschäft zuletzt mit 18,5 Milliarden Dollar, allein die Marke IPL soll 3,9 Milliarden Dollar wert sein. RCB gilt laut demselben Bericht als wertvollste Einzelmarke der Liga mit einem Markenwert von 269 Millionen Dollar.
Die Liga umfasst 10 überwiegend städtische Teams und wird jährlich über rund zwei Monate ausgetragen. Sie kombiniert hochintensives Cricket im Twenty20-Format mit prominenten Eigentümern, Entertainment-Elementen und einem massiven TV- sowie Streaming-Publikum – auch international.
Parallel zur RCB-Transaktion berichteten indische Medien, dass ein vom US-Unternehmer Kal Somani geführtes Konsortium das Franchise Rajasthan Royals für 1,63 Milliarden Dollar erwerben soll. Die Rajasthan Royals bestätigten den Deal gegenüber CNBC zunächst nicht. Beide Deals zusammen verdeutlichen, wie stark ausländisches Kapital in den indischen Cricketmarkt drängt.
RCB ist seit der Gründung der IPL dabei und verfügt über eine der größten Fangemeinden der Liga. Den ersten Titelgewinn feierte das Team allerdings erst 2025 – nach jahrelangem Warten.
