Blackstone übertrifft Gewinnerwartungen deutlich – Aktie steigt vorbörslich
Private-Equity-Riese profitiert von starker M&A-Aktivität und Infrastruktur-Investments, besonders im KI-Bereich.

Die weltgrößte Private-Equity-Gesellschaft Blackstone hat im vierten Quartal 2024 die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der ausschüttbare Gewinn stieg um 3 Prozent auf 2,2 Milliarden US-Dollar, was 1,75 Dollar je Aktie entspricht. Analysten hatten lediglich 1,54 Dollar erwartet. Die Aktie legte im vorbörslichen Handel um 1 Prozent zu.
Das in New York ansässige Unternehmen verwaltet mittlerweile Vermögenswerte im Wert von 1,27 Billionen US-Dollar und sammelte allein im vierten Quartal frisches Kapital von 71,5 Milliarden Dollar ein. Die starke Performance unterstreicht einen Branchentrend: Während große etablierte Private-Equity-Häuser weiterhin problemlos Kapital einsammeln, kämpfen kleinere und neuere Fonds zunehmend mit dem verschärften Wettbewerb.
Besonders erfolgreich entwickelten sich die Infrastruktur-Investments von Blackstone. Die Bewertungen in diesem Segment stiegen im Berichtszeitraum um 8,4 Prozent. Haupttreiber war der Rechenzentrumsbetreiber QTS, den Blackstone 2021 übernommen hatte. Das Unternehmen profitiert massiv von der steigenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur. "Unser Fokus auf massive Investitionen in den Ausbau der digitalen und Energieinfrastruktur schafft weiterhin erheblichen Wert", erklärte CEO Stephen Schwarzman.
Starke Transaktionsaktivität belebt Geschäft
Durch den Verkauf von Vermögenswerten erzielte Blackstone im vierten Quartal 957 Millionen Dollar – ein Plus von 59 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Finanzinvestoren und Unternehmen kehren 2025 verstärkt zu Fusionen und Übernahmen zurück, unterstützt durch sinkende Zinssätze und abnehmende politische Unsicherheit. Blackstone investierte im Quartal 42 Milliarden Dollar in neue Akquisitionen, darunter das japanische Ingenieurdienstleistungsunternehmen TechnoPro. Weitere 23 Milliarden Dollar sind für geplante Übernahmen zugesagt, etwa für den Medizingerätehersteller Hologic.
Auch der Immobilien-Investmentfonds BREIT zeigte eine deutliche Erholung. Der REIT erzielte 2025 eine Rendite von 8,1 Prozent, nachdem Ende 2022 eine schwierige Phase begonnen hatte. Damals standen Investoren angesichts fallender Immobilienpreise und steigender Zinsen Schlange, um ihr Kapital abzuziehen. Die positive Entwicklung wird ebenfalls durch das QTS-Investment gestützt, das BREIT mitfinanziert.
Analysten sehen Aktie als unterbewertet
Für das Gesamtjahr 2024 lag der ausschüttbare Gewinn bei 5,57 Dollar je Aktie und übertraf damit die Analystenerwartungen von 5,35 Dollar. Trotz der starken Zahlen fiel die Blackstone-Aktie im vergangenen Jahr um etwa 11 Prozent – im Einklang mit anderen großen Managern alternativer Anlagen. Analysten von Piper Sandler bezeichneten die Aktie als "ungeliebt" und stuften sie als neutral ein, prognostizieren aber Profite durch die wiederbelebte Transaktionsaktivität.
Die Blackstone-Aktie wird derzeit zum 23-fachen der prognostizierten Gewinne für 2026 gehandelt, während das erwartete Gebührenwachstum laut Piper Sandler nur im niedrigen zweistelligen Bereich liegt. Diesen Monat geriet das Unternehmen kurzzeitig unter Druck, als US-Präsident Donald Trump androhte, großen institutionellen Investoren den Kauf von Einfamilienhäusern zu verbieten. Mit einem globalen Immobilienportfolio von 611 Milliarden Dollar verfügt Blackstone über erhebliche Exposure in diesem Segment.
Chris Kotowski, Analyst bei Oppenheimer, spielte das Risiko jedoch herunter. Das Engagement in Einfamilienhäusern bezifferte er auf etwa 6 Milliarden Dollar bei einem Gesamtvermögen von über 1,2 Billionen Dollar – "offensichtlich trivial". Die Aktie notierte nach Trumps Ankündigung kurzzeitig bis zu 8 Prozent niedriger, erholte sich aber schnell wieder.
