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Bitcoin unter 70.000 Dollar: Jetzt kaufen oder abwarten?

Bitcoin notiert seit Juni unter 70.000 Dollar – 49% unter seinem Allzeithoch. Lohnt sich der Einstieg jetzt?

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Bitcoin unter 70.000 Dollar: Jetzt kaufen oder abwarten?

Bitcoin (BTC) wird seit Anfang Juni 2026 unter der Marke von 70.000 Dollar gehandelt. Am 24. Juli 2026 lag der Kurs bei rund 64.000 Dollar – ein Rückgang von 49% gegenüber dem Allzeithoch vom Oktober 2025. Damit setzt die größte Kryptowährung der Welt ein schwaches Jahr fort, das auch den breiteren Kryptomarkt belastet.

Für viele Anleger stellt sich nun die Frage: Ist das eine Kaufgelegenheit oder eine Falle? Die Strategie „Buy the Dip" – also der gezielte Kauf bei Kursrückgängen – hat sich bei Bitcoin historisch betrachtet oft ausgezahlt. Der Coin erholte sich in der Vergangenheit stets und erreichte neue Höchststände. Doch bevor Anleger handeln, sollten sie die aktuellen Hintergründe genau verstehen.

Was belastet den Bitcoin-Kurs?

Mehrere Faktoren drücken derzeit auf den Bitcoin-Preis. Die globale Wirtschaft befindet sich in einer fragilen Lage: Der Iran-Krieg treibt die Preise in die Höhe, und die US-Notenbank Federal Reserve hat im Kampf gegen die Inflation auf Zinssenkungen verzichtet. In einem Umfeld mit hohen Zinsen und wirtschaftlicher Unsicherheit ziehen sich Anleger typischerweise von risikoreichen Anlagen wie Kryptowährungen zurück.

Hinzu kommt ein Aufmerksamkeitsproblem: Aktien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz haben dem Kryptomarkt im vergangenen Jahr den Rang abgelaufen und explosive Renditen erzielt. Der Hype, der frühere Bitcoin-Bullenmärkte befeuerte, konzentriert sich derzeit vollständig auf KI – nicht auf Krypto.

Auch institutionelle Anleger, die maßgeblich zum Bitcoin-Erfolg in den Jahren 2024 und 2025 beigetragen hatten, sind von Käufern zu Verkäufern geworden. Bitcoin-ETFs verzeichneten im Jahr 2024 – dem ersten Jahr nach ihrer Zulassung durch die US-Börsenaufsicht SEC – noch Nettozuflüsse von über 500.000 BTC. Bis Juli 2026 drehte sich das Bild: Laut dem Branchenportal Cointelegraph summierten sich die Nettoabflüsse aus Bitcoin-ETFs auf rund 120.000 BTC.

Erste Erholungssignale am Markt

Trotz der anhaltenden Schwäche gibt es Anzeichen einer möglichen Trendwende. Eine Analyse des Blockchain-Datenanbieters Glassnode zeigt, dass sogenannte langfristige Halter – also Wallets, die ihre Coins seit mindestens 155 Tagen halten – zuletzt von der Veräußerung zur Akkumulation von Bitcoin übergegangen sind. Das deutet darauf hin, dass erfahrene, langfristig orientierte Investoren den aktuellen Preisrückgang als Einstiegschance nutzen.

Glassnode stellte zudem fest, dass die stärkste Akkumulation bei Wallets mit den kleinsten Bitcoin-Beständen stattfand – also bei Kleinanlegern. Auch bei den institutionellen Zuflüssen dreht sich der Wind: Vom 14. bis zum 22. Juli 2026 verzeichneten Bitcoin-ETFs an sieben aufeinanderfolgenden Handelstagen Nettozuflüsse. Das könnte ein Signal sein, dass institutionelle Anleger die aktuellen Kurse ebenfalls als attraktiv einstufen.

Das Grundargument für Bitcoin bleibt intakt

Das strukturelle Argument für ein Bitcoin-Investment hat sich nicht verändert. Bitcoin bleibt mit einer Marktkapitalisierung von 1,3 Billionen Dollar der mit Abstand größte digitale Vermögenswert und dominiert mit einem Marktanteil von 59% den gesamten Kryptomarkt. Das fest verankerte Angebotslimit von 21 Millionen BTC sorgt für eine eingebaute Knappheit, die Bitcoin von den meisten anderen Kryptowährungen unterscheidet.

Der aktuelle Abschwung ist laut Analysten in erster Linie auf das makroökonomische Umfeld zurückzuführen – nicht auf strukturelle Probleme des Bitcoin selbst. Das ist ein wichtiger Unterschied zu früheren Krisen, in denen etwa Regulierungsdruck oder Sicherheitslücken den Markt erschütterten.

Vorsicht bleibt geboten

Wer optimistisch für Bitcoin gestimmt ist, könnte den aktuellen Rückgang nutzen, um Bestände aufzustocken. Dennoch ist Vorsicht angebracht. Als Faustregel gilt: Die gesamte Krypto-Allokation im Portfolio sollte nicht mehr als 5% betragen. Anleger müssen sich zudem auf erhebliche Kursschwankungen einstellen.

Obwohl sich Bitcoin von früheren Einbrüchen stets erholt hat, gibt es dafür keine Garantie. Ob der Kurs seinen Boden bereits gefunden hat oder noch weiter fallen wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhersagen.

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