Birkenstock plant Milliarden-Börsengang
Ein Blick auf den bevorstehenden Börsengang und die ehrgeizigen Expansionspläne der Schuhmarke

Der deutsche Sandalen-Hersteller Birkenstock steht vor einem bedeutenden Börsengang in den Vereinigten Staaten. Laut dem Börsenprospekt, der am Montag veröffentlicht wurde, könnte Birkenstock bei diesem Deal zwischen 8,2 und 9,2 Milliarden Dollar bewertet werden. Die Erstnotiz ist für den 11. Oktober geplant, und das Unternehmen beabsichtigt, 32,3 Millionen Aktien zu einem Preis von je 44 bis 49 Dollar anzubieten, was ein Emissionsvolumen von 1,42 bis 1,58 Milliarden Dollar bedeutet. Ein Großteil der Erlöse wird in das Unternehmen fließen, um Wachstum zu finanzieren und Schulden abzubauen. Der Börsengang sieht vor, dass rund 17 Prozent der Aktien in den Streubesitz übergehen, was sich bei voller Ausschöpfung der Mehrzuteilungsoption auf knapp 20 Prozent erhöhen könnte. Zusammen mit Bonusprogrammen für Manager und Mitarbeiteraktien-Angebote könnte die Gesamtbewertung von Birkenstock auf fast zehn Milliarden Dollar steigen.
Der Börsengang von Birkenstock wird von prominenten Investoren unterstützt. Die private Holding von Bernard Arnault, dem Großaktionär von LVMH, plant Aktien im Wert von 325 Millionen Dollar zu zeichnen. Durable Capital Partners und der norwegische Staatsfonds Norges haben ebenfalls signalisiert, Aktien im Wert von insgesamt 300 Millionen Dollar zu zeichnen. Dieser Börsengang wird im Neuemissionsmarkt mit großem Interesse verfolgt, da er ein wichtiges Signal für diesen Markt darstellt. In den letzten Wochen haben bereits andere Unternehmen wie Arm und Instacart mit großen IPOs Aufsehen erregt.
Birkenstock betont im Börsenprospekt seine Wachstumsperspektiven auf dem globalen Schuhmarkt. Der globale Schuhmarkt hatte 2022 ein Umsatzvolumen von 340 Milliarden Euro und wird voraussichtlich bis 2027 auf 430 Milliarden Euro ansteigen. Dieses Wachstumspotenzial will Birkenstock nutzen, insbesondere auf dem asiatischen Markt, der das schnellste Wachstum verspricht. Das Unternehmen, das bisher nur einen Marktanteil von einem Prozent hat, strebt an, diesen Anteil erheblich zu steigern. Birkenstock ist zuversichtlich, dass die hohe Zersplitterung des Marktes mit den fünf größten Marken, die nur 20 Prozent des Marktes ausmachen, gute Chancen bietet.
Birkenstock verzeichnete 2022 einen Umsatz von 1,24 Milliarden Euro und einen bereinigten Gewinn (Ebitda) von 435 Millionen Euro. Für 2023 erwartet das Unternehmen ein deutliches Umsatzwachstum. Im ersten Halbjahr 2023 erzielte Birkenstock Erlöse von 646 Millionen Euro und ein bereinigtes Ebitda von 224 Millionen Euro, mit einem Nettogewinn von 40 Millionen Euro. Dies deutet auf eine starke finanzielle Performance hin, die das Interesse von Investoren am bevorstehenden Börsengang weiter steigern könnte.
