Binance-Gründer CZ veröffentlicht Memoiren im Eigenverlag – FT liest vor
Changpeng Zhao, einer der reichsten Männer der Welt, hat seine Memoiren ohne Verlag und ohne professionelle Lektoren herausgebracht.

Changpeng Zhao, bekannt als „CZ" und Gründer der weltweit größten Kryptobörse Binance, hat ein Buch geschrieben – und dabei auf nahezu alles verzichtet, was zum klassischen Verlagswesen gehört. Keine professionellen Lektoren, kein Verlag, kein üblicher Publikationsprozess. Stattdessen entschied sich einer der reichsten Männer der Welt für eine Eigenveröffentlichung.
Das Werk trägt den Titel Freedom of Money: A Memoir of Protecting Users, Resilience, and the Founding of Binance. Der Titel allein gibt bereits einen Hinweis auf den Tonfall: Es geht um Nutzerschutz, Widerstandsfähigkeit und die Gründungsgeschichte von Binance – aus der Perspektive des Gründers selbst.
Die FT übernimmt die Lektüre
Die Financial Times, eine der renommiertesten Wirtschaftszeitungen der Welt, hat das Buch gelesen – und das mit einer klaren Botschaft an ihre Leser: damit diese es nicht selbst tun müssen. Roula Khalaf, Chefredakteurin der FT, wählte die Auseinandersetzung mit CZs Memoiren als eine ihrer Lieblingsgeschichten in ihrem wöchentlichen Newsletter aus.
Die Entscheidung, das Buch im Eigenverlag herauszubringen, ist für jemanden in Zhaos Position ungewöhnlich. Gründer und Milliardäre, die Bücher veröffentlichen, greifen in der Regel auf erfahrene Verlage und professionelle Lektoren zurück, um ihre Geschichte in eine lesbare und glaubwürdige Form zu bringen. CZ hat diesen Weg bewusst nicht gewählt.
Binance und CZ: Ein umstrittenes Kapitel der Kryptowelt
Für deutsche Leser lohnt sich der Kontext: Binance ist die nach Handelsvolumen größte Kryptobörse der Welt. CZ selbst gilt als eine der einflussreichsten Figuren im globalen Kryptomarkt. Die Plattform steht jedoch auch immer wieder im Fokus von Regulierungsbehörden weltweit, was den Titel des Buches – insbesondere das Wort „Resilience", also Widerstandsfähigkeit – in einem besonderen Licht erscheinen lässt.
Die Entscheidung, Memoiren zu schreiben und diese ohne redaktionelle Kontrolle durch einen etablierten Verlag zu veröffentlichen, wirft Fragen auf: Wer kontrolliert die Darstellung der Fakten? Wer prüft die Aussagen? Beim Eigenverlag liegt diese Verantwortung allein beim Autor selbst.
Die FT-Redaktion hat sich dieser Aufgabe angenommen und das Buch für ihre Leserschaft eingeordnet. Wer sich für die Welt der Kryptowährungen, für Binance oder für die Selbstdarstellung eines der mächtigsten Akteure im digitalen Finanzmarkt interessiert, findet in der FT-Analyse eine kompakte Orientierung – ohne selbst durch CZs Eigenverlagswerk navigieren zu müssen.
