Bill Ackmans riskanter Börsengang: 10 Milliarden Dollar auf dem Spiel
Hedgefonds-Milliardär Bill Ackman wagt erneut den Versuch, einen geschlossenen Investmentfonds an die Börse zu bringen.

Bill Ackman, einer der bekanntesten Hedgefonds-Manager der Wall Street, geht erneut gegen den Strom. Der Milliardär stellte diese Woche Pläne für den Börsengang gleich zweier Vehikel vor: eines neuen Investmentfonds sowie seiner Hedgefonds-Gesellschaft Pershing Square. Beide Vorhaben stoßen auf erhebliche Skepsis am Markt.
Besonders ungewöhnlich ist die Wahl der Fondsstruktur. Ackman möchte bis zu 10 Milliarden US-Dollar für einen sogenannten Closed-End Fund einsammeln – zu Deutsch: einen geschlossenen Fonds. Diese Anlageform ist bei Investoren seit Jahren in Ungnade gefallen, da Anteile nur über den freien Markt weiterverkauft werden können und nicht direkt beim Fondsmanager zurückgegeben werden. Das führt häufig dazu, dass solche Fonds mit einem Abschlag auf ihren tatsächlichen Nettoinventarwert gehandelt werden.
Ackman hatte diesen Plan bereits 2024 verfolgt und dabei auf das Vorbild von Warren Buffetts Berkshire Hathaway abgezielt. Das Vorhaben scheiterte jedoch, weil die Resonanz der Investoren zu verhalten ausfiel. Nun unternimmt er einen zweiten Anlauf – unter dem Namen Pershing Square USA, kurz PSUS.
Abschlag von 24 Prozent als warnendes Signal
Ein Blick auf Ackmans bestehenden geschlossenen Fonds verdeutlicht das Problem. Pershing Square Holdings, der in London börsennotierte Fonds, wurde Ende Februar mit einem Abschlag von rund 24 Prozent auf seinen Nettoinventarwert gehandelt. Das bedeutet: Anleger zahlen deutlich weniger für die Anteile, als die darin enthaltenen Vermögenswerte tatsächlich wert sind. Solche Bewertungslücken machen geschlossene Fonds regelmäßig zu Zielen für aktivistische Investoren.
Gleichzeitig steht Ackman beim Börsengang seiner Verwaltungsgesellschaft Pershing Square vor einem weiteren Gegenwind. Er hatte das Unternehmen als breiter aufgestellten Verwalter alternativer Anlagen positioniert und dabei Gesellschaften wie Blue Owl Capital und Brookfield Asset Management als Vergleichswerte herangezogen. Doch wachsende Anlegersorgen rund um den Bereich Private Credit belasten die Bewertungen genau dieser Unternehmen derzeit erheblich.
Ob Ackmans Pitch in den kommenden Wochen bei institutionellen und privaten Investoren verfängt, bleibt abzuwarten. Die Messlatte liegt hoch: Er muss nicht nur das Misstrauen gegenüber der unbeliebten Fondsstruktur überwinden, sondern auch das Vertrauen in sein Geschäftsmodell als Fondsmanager neu begründen.
