Bill Ackman kauft Microsoft-Aktien zum 21-fachen Gewinn
Pershing Square sieht Microsoft nach Marktvolatilität als attraktiv bewertet – M365 und Azure als Kernargumente.

Hedgefonds-Milliardär Bill Ackman hat eine neue Position in <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft (NASDAQ: MSFT) eröffnet. Sein Investmentvehikel Pershing Square gab am Freitag bekannt, die Aktien des Technologieriesen seit Februar 2026 zu kaufen – ausgelöst durch die jüngste Marktvolatilität, die Ackman als seltene Einstiegsgelegenheit wertet.
Zum Zeitpunkt der ersten Käufe wurde Microsoft mit dem 21-fachen des erwarteten Gewinns gehandelt. Laut Ackman liegt diese Bewertung unter dem historischen Durchschnitt des Unternehmens und rechtfertigt damit den Einstieg für langfristig orientierte Investoren. Pershing Square begann mit dem Aufbau der Position unmittelbar nach den Ergebnissen des zweiten Geschäftsquartals des Unternehmens.
Ackman erklärte, kurzfristig orientierte Anleger hätten übermäßig auf vorübergehenden Gegenwind reagiert und damit einen Einstiegspunkt für geduldige Investoren geschaffen. Er zog dabei eine direkte Parallele zu früheren Investitionen seines Fonds in Alphabet und Meta – beide wurden in Phasen von Marktunsicherheit erworben und erwiesen sich als erfolgreich.
M365 und Azure als Wachstumsmotoren
Im Mittelpunkt von Ackmans Investitionsthese stehen die beiden Kernsegmente M365 und Azure, die zusammen rund 70 Prozent der Unternehmensgewinne erwirtschaften. M365 fungiert als primäre Produktivitätsplattform in Unternehmen weltweit und zählt täglich 450 Millionen aktive Nutzer. Azure profitiert weiterhin von der anhaltenden Cloud-Migration, wobei KI-Workloads zunehmend zum Wachstum beitragen.
Besonders hervorgehoben hat Ackman die hohen Kundenbindungsraten beider Plattformen. Diese führt er auf die tief verwurzelte Sicherheits- und Compliance-Infrastruktur zurück, die einen Wechsel zu Konkurrenzprodukten erheblich erschwert. Mit einem durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer von 20 US-Dollar – verglichen mit dem Doppelten bei eigenständigen Anwendungen – sieht Ackman die Preisstruktur von M365 als strukturellen Wettbewerbsvorteil.
„Da zwei der größten Kräfte an den Aktienmärkten konvergieren, haben wir gelegentlich Gelegenheiten gefunden, einige der dominantesten, langfristig wertsteigernden Unternehmen zu attraktiven Bewertungen zu erwerben", sagte Ackman in seiner Stellungnahme.
OpenAI-Partnerschaft und KI-Strategie
Ackman ging auch auf die Bedenken rund um den KI-Wettbewerb ein. Konkurrenten wie Anthropic mit seiner Plattform Claude Cowork werden von manchen Investoren als Bedrohung für Microsofts Marktstellung gesehen. Ackman widerspricht dieser Einschätzung und sieht die Integration von KI in das bestehende M365-Ökosystem als entscheidenden Schutzwall.
Die jüngste Neustrukturierung der Partnerschaft mit OpenAI bewertet Ackman ebenfalls positiv. „Wir betrachten Microsofts jüngste Entscheidung, die Partnerschaft mit OpenAI umzustrukturieren, nicht als Zugeständnis, sondern als Teil einer bewussten Neuausrichtung hin zu einer offeneren Multi-Modell-Architektur", erklärte er. Diese Flexibilität sieht er als strategischen Vorteil gegenüber einer einseitigen Abhängigkeit.
Ein weiterer Baustein der Investitionsthese ist Microsofts wirtschaftliche Beteiligung an OpenAI von rund 27 Prozent. Basierend auf der jüngsten Finanzierungsrunde schätzt Ackman den Wert dieser Beteiligung auf etwa 200 Milliarden US-Dollar – ein Wert, der seiner Ansicht nach in der aktuellen Aktienbewertung nicht berücksichtigt wird.
Investitionsbudget und nutzungsbasierte Abrechnung
Ackman zeigte sich zuversichtlich hinsichtlich Microsofts geplantem Investitionsbudget von 190 Milliarden US-Dollar für das Jahr 2026. Diesen Betrag bezeichnet er nicht als Kostenfaktor, sondern als Wachstumsinvestition in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.
Als weiteren potenziellen Umsatztreiber nannte Ackman den laufenden Übergang von der bisherigen Preisgestaltung pro Arbeitsplatz hin zu einer nutzungsbasierten Abrechnung. Da KI-Agenten die Plattformnutzung zunehmend intensivieren, könnte dieses Modell die Erlöse je Nutzer deutlich steigern – ohne dass Microsoft neue Kunden gewinnen müsste.
Für deutsche Privatanleger ist die Positionierung Ackmans ein bemerkenswertes Signal: Der Hedgefonds-Manager gilt als einer der bekanntesten aktivistischen Investoren der Wall Street und hat in der Vergangenheit mit gezielten Großinvestitionen erhebliche Renditen erzielt. Seine Einschätzung, dass Microsoft trotz seiner Marktkapitalisierung strukturell unterbewertet ist, dürfte die Debatte um die Aktie neu entfachen.
