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Bilanzfehler bei Adler Real Estate AG

Schwere Beanstandungen der Bafin enthüllen erhebliche Unregelmäßigkeiten in den Jahresabschlüssen des Unternehmens

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Bilanzfehler bei Adler Real Estate AG

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat bei der Adler Real Estate AG sechs schwerwiegende Bilanzfehler in den Abschlüssen der Jahre 2020 und 2021 festgestellt. Diese alarmierende Nachricht verbreitete die Finanzaufsicht kürzlich auf ihrer offiziellen Website. Das Unternehmen wurde kurz vor Weihnachten über die Beanstandungen informiert.

Adler Real Estate ist eine bedeutende Tochtergesellschaft der Adler Group und hält einen beträchtlichen Teil des Immobilienportfolios, darunter tausende Wohnungen in Berlin. Obwohl die Bafin erhebliche Fehler in den Bilanzen aufdeckte, beharrte Adler Real Estate darauf, dass die Abschlüsse für die Geschäftsjahre 2019, 2020 und 2021 nach wie vor vollständig korrekt seien. Die Bafin hatte bereits in der Vergangenheit auf zwei Fehler im Abschluss für 2019 hingewiesen.

Es ist wichtig zu betonen, dass die Bafin keine Neuaufstellung der Abschlüsse angeordnet hat und auch keine Bußgelder verhängt wurden. Die Behörde begründet dies damit, dass die Informationen über laufende oder abgeschlossene Rechnungslegungsprüfungen für Anlegerinnen und Anleger von großer Bedeutung sind. Seit Januar 2022 prüft die Bafin in Bilanzkontrollverfahren die Rechtmäßigkeit von Jahresabschlüssen und zugehörigen Lageberichten.

Die Fehler, die in den Bilanzen der Adler Real Estate AG festgestellt wurden, sind erheblich. So wurden Forderungen aus dem Verkauf von Anteilen an der Glasmacherviertel GmbH & Co. KG im Jahr 2020 um mindestens 86 Millionen Euro zu hoch bewertet. Auch die nicht verkauften Anteile wurden um mindestens 43 Millionen Euro zu hoch ausgewiesen. Adler betonte jedoch, dass es sich um einen "Folgefehler" handele, der im Zusammenhang mit der Fehlerfeststellung zum Geschäftsjahr 2019 stehe. Das Unternehmen ist der Auffassung, dass die Bewertungen angemessen und korrekt sind.

Ein weiterer Fehler betrifft die Überbewertung von Forderungen aus dem Verkauf von Aktien der Accentro Real Estate in den Jahren 2020 und 2021. Diese Überbewertung hatte erhebliche Auswirkungen, da Accentro dem aserbaidschanischen Geschäftsmann Natig Ganiyev gehört, der 83 Prozent der Aktien kontrolliert. Die Bafin bemängelte auch, dass Adler Real Estate im Jahr 2020 Kaufpreisforderungen gegen die AB Immobilien B.V. zu hoch bewertet hatte und im Jahr 2021 versäumte, darauf hinzuweisen, dass ein 265-Millionen-Euro-Darlehen an die Muttergesellschaft Adler Group nicht besichert war.

Die Bafin stellte außerdem fest, dass die Konzernbilanzsumme und das Gesamtergebnis für das Jahr 2019 um 3,9 Milliarden Euro bzw. 543 Millionen Euro zu hoch ausgewiesen wurden. Adler kündigte damals an, Rechtsmittel gegen diese Feststellung einzulegen.

Adler GroupBaFin

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