Besi-Aktie springt: Auftragseingang übertrifft Erwartungen deutlich
Der niederländische Halbleiterausrüster Besi hat mit seinen vorläufigen Q4-Auftragszahlen die Markterwartungen klar übertroffen. Der Auftragseingang lag 29% über dem Konsens und sorgt für Kursgewinne.

Der niederländische Halbleiterausrüster Besi hat für das vierte Quartal 2024 einen vorläufigen Auftragseingang von 250 Millionen Euro (292 Millionen US-Dollar) gemeldet. Dies stellt eine deutliche Steigerung gegenüber 174,7 Millionen Euro im dritten Quartal und 128 Millionen Euro im zweiten Quartal dar. Die Zahlen übertrafen die Markterwartungen von 194 Millionen Euro um beachtliche 29 Prozent.
Positive Überraschung für Analysten
Marc Hesselink, Analyst bei ING, bezeichnete die Ergebnisse in einer E-Mail als "signifikante positive Überraschung". Die Aktie reagierte mit deutlichen Kursgewinnen auf die Nachricht. Besi profitiert als Zulieferer der Halbleiterindustrie vom anhaltenden Boom bei künstlicher Intelligenz und Rechenzentren.
Geschäftsmodell und Kundenstamm
Besi stellt Maschinen her, die Halbleiterchips aufnehmen und auf Platinen oder andere Chips bonden. Das Unternehmen beliefert Subunternehmer, die die fertige Hardware für führende Chipdesigner wie Nvidia und AMD zusammenbauen. Diese Position in der Lieferkette macht Besi zu einem wichtigen Barometer für die Nachfrage nach High-End-Prozessoren.
Treiber des Wachstums
Laut Unternehmensangaben war die Auftragsstärke hauptsächlich auf einen breit angelegten Anstieg der Buchungen durch asiatische Subunternehmer zurückzuführen. Besonders gefragt sind Lösungen für 2,5D-Rechenzentrumsanwendungen sowie erneute Kapazitätskäufe führender Photonikkunden. Diese Technologien sind entscheidend für die nächste Generation von KI-Prozessoren und Hochleistungsrechnern.
Hybrid-Bonding als Zukunftstechnologie
Ein wichtiger Wachstumstreiber waren neue Bestellungen für Hybrid-Bonding, eine Technologie, die als fortschrittlichstes Werkzeug der Montageindustrie gilt. Gleichzeitig handelt es sich um das teuerste Produkt von Besi. "Obwohl die Hybrid-Bonding-Bestellungen robust waren, war dies nach dem Update zum dritten Quartal weitgehend erwartet worden", kommentierte Analyst Hesselink. Die genaue Größe dieser Bestellungen im Verhältnis zum Gesamtauftragseingang legte Besi nicht offen.
Ausblick
Die starken Quartalszahlen unterstreichen die anhaltend hohe Nachfrage nach fortschrittlichen Halbleiterfertigungstechnologien. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Anwendungen und dem Ausbau von Rechenzentrumskapazitäten dürfte Besi auch künftig von diesem Trend profitieren. Die vollständigen Quartalsergebnisse werden in den kommenden Wochen erwartet.
