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Bernstein stuft Zillow nach enttäuschendem Ausblick auf „Market-Perform" herab

Analyst Nikhil Devnani „wirft das Handtuch" und senkt Kursziel von 50 auf 38 Dollar nach schwachem Q2-Ausblick.

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Bernstein stuft Zillow nach enttäuschendem Ausblick auf „Market-Perform" herab

Das Analysehaus Bernstein hat die Einstufung der Zillow Group am Donnerstag von „Outperform" auf „Market-Perform" herabgestuft. Auslöser ist der enttäuschende Ausblick nach den Ergebnissen des zweiten Quartals, der das Vertrauen in die ursprüngliche Investitionsthese zur US-amerikanischen Immobilienplattform erschüttert hat. Analyst Nikhil Devnani erklärte offen, man „werfe das Handtuch" bei der bisherigen Einschätzung.

Devnani senkte gleichzeitig die EBITDA-Run-Rate-Schätzung um 10 Prozent und reduzierte das Kursziel deutlich von 50 auf 38 US-Dollar. Er räumte ein, dass Bernstein bei der Hochstufung „schmerzhaft falsch lag – ganz sicher beim Timing". Das eigentliche Problem sei jedoch der Verlust des Vertrauens in die fundamentale These nach dem jüngsten Quartalsbericht.

Kernprobleme: Wachstum und Marktanteile enttäuschen

Der ursprüngliche Bull Case von Bernstein basierte auf zwei Säulen: steigenden Marktanteilsgewinnen durch die Umstellung des Erlösmodells auf das sogenannte „Preferred"-Modell sowie einem signifikanten operativen Hebel. Beide Annahmen haben sich nach dem jüngsten Quartal als fragwürdig erwiesen.

Konkret enttäuschte die Umsatzprognose für das zweite Halbjahr erheblich. Für das Segment „Residential" – das Kerngeschäft der Plattform – wird im dritten Quartal kein Wachstum gegenüber dem Vorjahr erwartet. Zudem scheinen die Marktanteilsgewinne außerhalb des Hypothekengeschäfts (Mortgage) zu schrumpfen, was die Wachstumsstory von Zillow grundlegend in Frage stellt.

Als Ursachen identifizierte Bernstein mehrere strukturelle Faktoren: Umsatzverschiebungen vom Bereich „Residential" hin zu „Mortgage", eine zeitliche Verzögerung bei der Umsatzrealisierung im Hypothekengeschäft sowie eine zunehmende Saisonalität des Geschäftsmodells. Diese Kombination belastet die kurzfristige Wachstumsdynamik erheblich.

Ausblick: Gegenwind bis 2027 erwartet

Obwohl Bernstein davon ausgeht, dass der Gegenwind bis zur zweiten Jahreshälfte 2027 nachlassen wird, könnte er laut dem Analysehaus „das Umsatzwachstum im Bereich Residential im Laufe des Jahres 2027 deckeln". Eine schnelle Erholung des Kerngeschäfts ist damit vorerst nicht in Sicht.

Devnani stellte zudem eine grundsätzliche Bewertungsfrage in den Raum: Welcher Multiplikator sei für die Zillow-Aktie angemessen, wenn Umsätze zunehmend über die Vergabe von Hypotheken statt über klassische Werbung erzielt werden? Diese Verschiebung im Geschäftsmodell könnte Investoren dazu veranlassen, über Monetarisierungsrisiken zu debattieren und die Bewertung der Aktie neu zu kalibrieren.

Zwar dürfte sich die Margenausweitung im Jahr 2027 verbessern, doch hält Devnani es für eine Herausforderung, Prognosen oberhalb des Marktkonsenses abzugeben, solange das Kerngeschäft mit verhaltenem Wachstum konfrontiert ist. Für deutsche Anleger, die in US-Immobilientechnologiewerte investiert sind, unterstreicht die Herabstufung die Risiken, die mit Plattformunternehmen in einem schwierigen Zinsumfeld verbunden sind.

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