Berkshire Hathaway unter Greg Abel: Kurs bleibt unverändert
Nach Warren Buffetts Rücktritt leitet Greg Abel das Konglomerat – und setzt auf Kontinuität statt Wandel.

Berkshire Hathaway hat seine erste Jahreshauptversammlung ohne Warren Buffett auf der Bühne erfolgreich hinter sich gebracht. Neuer CEO Greg Abel leitete das Treffen am 2. Mai ganz allein – und sendete dabei eine klare Botschaft: Es wird keine dramatischen Veränderungen geben. Für langfristige Anleger könnte die Aktie damit weiterhin eine solide Basis für den Vermögensaufbau darstellen.
Warren Buffett, der als „Orakel von Omaha" bekannte Starinvestor, hatte Ende 2025 den Chefposten bei Berkshire Hathaway an Greg Abel übergeben. Damit endete eine Ära, die das Unternehmen zu einem der bekanntesten Konglomerate der Welt gemacht hatte. Buffetts Anlageerfolg über Jahrzehnte hinweg war so außergewöhnlich, dass er weltweit als Maßstab für wertorientiertes Investieren gilt. Sein Abgang löste bei vielen Investoren Unsicherheit über die künftige Ausrichtung des Unternehmens aus.
Berkshire Hathaway ist technisch gesehen ein Finanzunternehmen – vor allem aufgrund seines umfangreichen Versicherungsgeschäfts. In der Praxis handelt es sich jedoch um ein massiv diversifiziertes Konglomerat, das sowohl vollständig eigene Unternehmen als auch ein großes Portfolio an börsennotierten Aktien hält. Das Unternehmen agiert in vielerlei Hinsicht wie ein aktiv gemanagter Investmentfonds, bei dem der CEO das gesamte Portfolio überwacht.
Keine Aufspaltung, kein Kurswechsel
Abel machte auf der Jahreshauptversammlung deutlich, dass er keine Pläne hat, das Konglomerat in kleinere Einheiten aufzuspalten. Zwar ist er bereit, Geschäftsbereiche zu veräußern, die nicht mehr zum Kerngeschäft passen – doch dies dürfte lediglich Anpassungen in Randbereichen bedeuten. Das grundlegende Geschäftsmodell bleibt unangetastet.
Auch das Portfolio an börsennotierten Aktien soll konzentriert bleiben. Große Positionen in langjährigen Buffett-Favoriten wie American Express und Coca-Cola werden beibehalten. Bemerkenswert ist zudem, dass Abel bei Investitionsentscheidungen weiterhin eng mit Buffett zusammenarbeitet – obwohl dieser offiziell im Ruhestand ist. Buffett war bei der Jahreshauptversammlung zwar anwesend, betrat jedoch nicht die Bühne.
Ein weiterer bedeutender Faktor ist der enorme Cash-Bestand des Unternehmens. Zum Ende des ersten Quartals 2026 belief sich dieser auf nahezu 400 Milliarden US-Dollar. Diese Liquiditätsreserve dient als Puffer gegen wirtschaftliche Abschwünge und Bärenmärkte. Gleichzeitig versetzt sie Abel in die Lage, in Krisenzeiten gezielt zu investieren – genau dann, wenn andere Marktteilnehmer zu zögerlich sind. Diese antizyklische Strategie war stets ein Markenzeichen von Warren Buffetts Investmentphilosophie.
Kontinuität als Stärke
Der einzige nennenswerte Kritikpunkt an Abels Auftritt war, dass er nicht den Humor und die Unterhaltsamkeit seines Vorgängers mitbrachte. Für die meisten Anleger dürfte dies jedoch zweitrangig sein. Entscheidend ist, dass Abel das bewährte Erfolgsrezept von Berkshire Hathaway fortführen will – und seine erste große Bewährungsprobe bestanden hat.
Für langfristig orientierte Privatanleger bleibt Berkshire Hathaway damit eine interessante Option. Die Kombination aus breiter Diversifikation, enormer Liquiditätsreserve und einer klaren Strategie der Kontinuität spricht dafür, dass das Unternehmen auch unter neuer Führung seinen Kurs halten kann. Ob Abel langfristig an Buffetts Erfolgsbilanz anknüpfen kann, wird die Zeit zeigen – doch der Start war vielversprechend.
