Berichtssaison startet optimistisch - Markterwartungen und China belasten
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Optimismus herrscht an der Wall Street vor dem Beginn der Berichtssaison für das zweite Quartal. Die Anleger blicken zuversichtlich auf die Unternehmenszahlen, da sie feststellen, dass die Wirtschaft widerstandsfähig war und die Gewinne der Unternehmen bisher gut ausgefallen sind. Der Dow Jones Index startete mit einem Aufschlag von 0,22 Prozent in die neue Woche.
An der Technologiebörse Nasdaq gab es sogar deutlich höhere Zuwächse von 0,87 Prozent. Die Banken-Schwergewichte JPMorgan, Wells Fargo und Citigroup hatten bereits positive Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht, wobei sie von den gestiegenen Zinsen profitierten. Die Investmentgeschäfte mit Übernahmen und Börsengängen gingen jedoch zurück. In den nächsten Tagen folgen die Zwischenberichte weiterer Banken sowie anderer Unternehmen wie Tesla, SAP und Sartorius.
Für das zweite Quartal wird eine Gewinnschrumpfung im mittleren einstelligen Bereich erwartet, aber in der zweiten Jahreshälfte wird mit einer zunehmenden Gewinnsteigerung gerechnet. Die Industriestimmung im Bundesstaat New York hatte keinen negativen Einfluss auf den Markt. Die Daten zeigten eine leichte Eintrübung, jedoch nicht so stark wie erwartet. Weitere Klarheit über die wirtschaftliche Situation bringen die Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen und zur Industrieproduktion. Am deutschen Aktienmarkt startete der DAX mit einem moderaten Minus, erholte sich jedoch leicht im Schlepptau der US-Börsen. In der vergangenen Woche hatte der DAX die stärkste Performance seit März gezeigt.
Die chinesische Wirtschaft wächst langsamer als erwartet, was die Stimmung an den Märkten belastet. Das chinesische Bruttoinlandsprodukt stieg im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 6,3 Prozent, jedoch vor allem aufgrund des schwachen Vergleichswerts im Vorjahr. Die chinesische Immobiliengesellschaft China Evergrande verzeichnete enorme Verluste und ringt mit einem hohen Schuldenberg. Das Überleben des Unternehmens ist unsicher, und es droht die Streichung vom Kurszettel. Die weltweiten Inflationserwartungen gehen zurück, während die Deutsche Bundesbank eine leichte Steigerung der deutschen Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal erwartet.
Der Euro stieg gegenüber dem Dollar auf den höchsten Stand seit Februar 2022 aufgrund rückläufiger Zinserwartungen an die US-Notenbank Fed. Die Ölpreise gaben aufgrund der schwachen Wachstumszahlen aus China nach. Auf dem Aktienmarkt stieg der Aktienkurs von Activision Blizzard nach dem Fortschritt bei der Übernahme durch Microsoft, während die Aktien von AT&T aufgrund von Bedenken über mögliche Risiken durch giftige Bleikabel sanken. Die Bankenaufsicht BaFin beschränkte weiterhin das Wachstum der Neo-Bank N26 aufgrund von Defiziten bei der Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
Im MDAX erhöhte der Abfüll- und Verpackungsanlagen-Hersteller Krones seine Wachstumsprognose für 2023. Der insolvente Textilkonzern Ahlers wird an den Modefilialisten Röther verkauft. Die Geschäftsprognosen der Deutsche Beteiligungs-AG wurden ebenfalls nach oben angepasst. Drägerwerk konnte mit seinen Eckdaten nicht überzeugen, während die Aktie von MorphoSys nach einer optimistischeren Studie der Deutschen Bank stieg. Der Dämmstoffhersteller Steico wird an den Baustoffkonzern Kingspan verkauft.
