BBVA startet Aktienrückkauf in Milliardenhöhe
Spanische Großbank nutzt starke Kapitalbasis nach gescheiterter Sabadell-Offerte

Die spanische Großbank Banco Bilbao Vizcaya Argentaria wird zu Beginn der kommenden Woche ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm starten. Das Institut hat angekündigt, eigene Aktien im Gesamtwert von 3,96 Milliarden Euro zurückzukaufen, nachdem die erforderliche Zustimmung der Europäischen Zentralbank erteilt wurde. Der Start des Programms ist für den 22. Dezember vorgesehen und markiert einen der größten Rückkäufe in der jüngeren Unternehmensgeschichte der Bank.
Der Beschluss folgt auf eine Phase strategischer Neuorientierung. Im Oktober war die feindliche Übernahmeofferte von BBVA für den kleineren Wettbewerber Banco de Sabadell gescheitert. Nach diesem Rückschlag richtet sich der Fokus der Bank nun wieder stärker auf Maßnahmen zur Kapitalverwendung und zur direkten Rückführung von Mitteln an die Aktionäre. Der Rückkauf soll vollständig aus vorhandenen Kapitalreserven finanziert werden und steht im Einklang mit den regulatorischen Vorgaben für europäische Großbanken.
BBVA verfügt über eine solide Kapitalbasis, die durch stabile Erträge in mehreren Kernmärkten gestützt wird. Das Institut ist sowohl im Privatkundengeschäft als auch im Investment- und Firmenkundensektor aktiv und unterhält zudem ein umfangreiches Geschäft im Bereich Vermögensverwaltung. Ende des vergangenen Jahres verwaltete die Gruppe Einlagen in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro und war in zahlreichen internationalen Märkten präsent. Diese breite Aufstellung bildet die Grundlage für die Umsetzung umfangreicher Kapitalmaßnahmen wie des nun angekündigten Rückkaufs.
Das Programm reiht sich in eine Serie von Rückkäufen ein, die BBVA in den vergangenen Jahren durchgeführt hat. Erst kürzlich hatte die Bank ein kleineres Programm abgeschlossen, bei dem ein Teil des Grundkapitals eingezogen wurde. Mit dem neuen Volumen wird diese Strategie deutlich ausgeweitet. Ziel ist es, die Anzahl der ausstehenden Aktien zu reduzieren und damit die Kapitalstruktur weiter zu optimieren.
Am Markt wird der Schritt aufmerksam verfolgt, da Aktienrückkäufe häufig als Signal für Vertrauen des Managements in die eigene Geschäftsentwicklung gewertet werden. Die BBVA-Aktie hatte zuletzt ein hohes Kursniveau erreicht und seit Jahresbeginn deutlich zugelegt. Der nun geplante Rückkauf dürfte in den kommenden Wochen ein prägendes Thema für Investoren bleiben, während das Institut gleichzeitig seine operative Entwicklung in einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld fortsetzt.
