Bayern unterstützt Lilium mit 50 Millionen Euro
Bundesmittel erforderlich; Hype um Flugtaxis sinkt

Das Land Bayern hat beschlossen, dem Luftfahrtunternehmen Lilium mit einem Kredit in Höhe von 50 Millionen Euro zu unterstützen. Diese Hilfe soll jedoch nur bereitgestellt werden, wenn der Bund ebenfalls einen gleichwertigen Beitrag leistet. Das Kabinett hat die Haftung für den Kredit übernommen, während sich Lilium bislang nicht zu dem Beschluss äußern wollte. Die Entscheidung, die nach monatelangen Verhandlungen getroffen wurde, zeigt die anhaltenden Schwierigkeiten bei der Sicherstellung von Finanzierungen für innovative Luftfahrttechnologien.
In den vergangenen Monaten hatte Lilium zunehmend Druck ausgeübt, um alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu finden. Das Unternehmen hatte Berater engagiert, die Möglichkeiten eines Verkaufs oder Umzugs ins Ausland prüften. Neben Lilium hatte auch der Wettbewerber Volocopter aus Bruchsal um staatliche Unterstützung geworben, war jedoch gescheitert. Dies verdeutlicht die Herausforderungen, mit denen die Branche konfrontiert ist, insbesondere in einem Umfeld, in dem Risikokapitalgeber vorsichtiger geworden sind.
Lilium, das an der Börse notiert ist, sieht sich aufgrund eines niedrigen Aktienkurses und des gesunkenen Hypes um Flugtaxis mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert. Trotz der Bestellung von 50 Lilium-Jets durch die arabische Fluggesellschaft Saudia und einer Option auf weitere 50 Flugzeuge ist das Unternehmen auf staatliche Unterstützung angewiesen, um die Zulassung und Serienfertigung seiner Fluggeräte zu finanzieren. Derzeit verbrennt Lilium monatlich rund 33 Millionen Dollar, was den erheblichen Kapitalbedarf des Unternehmens unterstreicht.
Die bayerische Staatskanzlei hat die Unterstützung als „industriepolitische Richtungsentscheidung des Ministerpräsidenten und des gesamten Kabinetts“ bezeichnet. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, der sich ursprünglich gegen eine Unterstützung bei Lilium ausgesprochen hatte, nun den Standpunkt von Ministerpräsident Markus Söder übernommen hat. Ob die bereitgestellten Mittel ausreichen werden, um einen Verkauf oder Teilverkauf des Unternehmens zu verhindern, bleibt jedoch abzuwarten. Die angestrebte Markteinführung der Lilium-Jets ist für das Jahr 2026 geplant, bis dahin benötigt das Unternehmen weiterhin erhebliche finanzielle Mittel.
