Barrick Mining einigt sich mit Gewerkschaften in Mali: Streik abgewendet
Der kanadische Goldproduzent hat ein neues Tarifabkommen für die Mine Loulo-Gounkoto unterzeichnet und damit geplante Arbeitsniederlegungen abgewendet.

Barrick Mining hat mit den Gewerkschaften, die die Beschäftigten in seiner Goldmine Loulo-Gounkoto im westlichen Mali vertreten, ein neues Tarifabkommen unterzeichnet. Das teilten ein Unternehmenssprecher und ein Gewerkschaftsfunktionär am Sonntag mit. Damit ist die Gefahr eines Streiks in dem Goldbergbaukomplex zunächst abgewendet.
„Wir bestätigen, dass wir ein neues Tarifabkommen mit den LG-Gewerkschaften unterzeichnet haben“, sagte der Sprecher des Unternehmens. Bani Sacko, ein Gewerkschaftsfunktionär des Komplexes Loulo-Gounkoto von Barrick, bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters telefonisch, dass die angekündigten Arbeitsniederlegungen zurückgezogen wurden.
„Am Montag, dem 21., wurde nach einem Treffen eine Einigung erzielt, und die Streikmaßnahmen wurden seither aufgehoben. Anscheinend wurden auch alle anderen Streikaktionen zurückgezogen“, so Sacko. Die Gewerkschaften von Loulo-Gounkoto hatten zuvor eine Liste mit 15 Forderungen vorgelegt, wie der Funktionär ergänzte.
Die Details
Über das Abkommen hatte zuvor Bloomberg News berichtet, die sich auf Abdoulaye Coulibaly von der National Union of Malian Workers (NAT) zitiert sahen. „Die Streikgefahr ist gebannt“, sagte Coulibaly laut dem Bloomberg-Bericht. Er ergänzte, dass das Abkommen Beschäftigte bei Food & Events Africa, Somilo und Gounkoto betreffe.
Anfang dieses Monats hatten Gewerkschaften, die die Mitarbeiter von Somilo und Gounkoto vertreten, erklärt, sie würden Ende September ihre Streikmaßnahmen aufnehmen, sofern nicht die Forderungen nach Überstundenzuschlägen, der Erstattung von Dienstreisekosten sowie der Umsetzung von Arbeitsvereinbarungen erfüllt würden. Diese Ankündigungen sind mit der nun gefundenen Einigung vom Tisch.
Separate Streikankündigungen wurden zudem vom Catering- und Supportdienstleister Food & Events Africa für Barrick eingereicht. Auch Mitarbeiter der malischen Bergbaubehörde und anderer bergbaurelevanter Verwaltungsstellen hatten Arbeitsniederlegungen angekündigt, wie aus dem Bericht hervorgeht.
Hintergrund: Was bisher geschah
Mali, einer der führenden Goldproduzenten Afrikas, hatte im November vergangenen Jahres einen Streit mit Barrick über Gewinnbeteiligung und Kontrolle des Goldbergbaukomplexes Loulo-Gounkoto nach zweijährigen Verhandlungen beigelegt. Das Verhältnis zwischen dem westafrikanischen Staat und dem Bergbaukonzern war zuvor erheblich belastet.
Das in Toronto ansässige Unternehmen Barrick hatte seine Operationen im Januar letzten Jahres vorübergehend eingestellt, nachdem die militärisch geführte Regierungsmacht in Mali Mitarbeiter des Bergbauunternehmens festgenommen und einen Haftbefehl gegen den ehemaligen CEO Mark Bristow wegen angeblicher Finanzdelikte erlassen hatte. Die malische Regierung hatte ihren Einfluss im Bergbausektor durch den Bergbaugesetzgebungsrahmen von 2023 verschärft, der darauf abzielt, die Staatseinnahmen aus den natürlichen Ressourcen des Landes zu steigern.
Bereits am 25.07.2026 berichtete aktien.news, dass die industrielle Goldproduktion Malis laut einem Plan des Bergbauministeriums bis zum Jahr 2029 jährlich unter 60 Tonnen bleiben wird. Das Dokument liegt der Nachrichtenagentur Reuters vor. Damit setzt sich ein Rückgang fort, der auf ein überarbeitetes Bergbaugesetz und Streitigkeiten zwischen dem Staat und Bergbauunternehmen zurückzuführen ist. Eine staatliche Prüfung ergab Nachzahlungsforderungen in Höhe von 761 Milliarden CFA-Francs.
Auch abseits Malis war Barrick zuletzt in Bewegung. Am 10.08.2026 berichtete aktien.news, dass Barrick Mining (TSX: ABX, NYSE: B) und Newmont (NYSE, ASX: NEM) ihre langjährigen Streitigkeiten rund um das gemeinsame Joint Venture Nevada Gold Mines beigelegt haben. Die Einigung sieht vor, dass Newmont innerhalb von 30 Tagen 1,95 Milliarden US-Dollar an Barrick zahlt. Gleichzeitig werden wichtige Projekte beider Unternehmen in das Joint Venture eingebracht – konkret Barricks Fourmile-Projekt sowie die Newmont-Projekte Fiberline und Mike. Neben der Milliardenzahlung einigten sich die Partner auf überarbeitete Governance-Bestimmungen für das gemeinsame Unternehmen.
Am 11.08.2026 berichtete aktien.news ergänzend, dass die Vereinbarung gemeinsam mit Barricks Quartalsergebnissen für das zweite Quartal 2026 bekanntgegeben wurde und ein wesentliches Hindernis für Barricks geplanten Börsengang (IPO) seiner nordamerikanischen Goldaktiva aus dem Weg räumt. Dieser IPO soll noch bis Ende 2026 vollzogen werden.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Nachricht vor allem ein Signal zur operationellen Stabilität: Ein Arbeitskampf im Goldbergbaukomplex Loulo-Gounkoto hätte die Produktion und damit die Fördermengen von Barrick belasten können. Mit der Unterzeichnung des Tarifabkommens entfällt dieser kurzfristige Unsicherheitsfaktor an einem für Barrick wichtigen Standort in Westafrika.
Einzuordnen ist die Einigung jedoch vor dem Hintergrund eines grundsätzlich angespannten Verhältnisses zwischen Mali und internationalen Bergbaukonzernen. Das Bergbaugesetz von 2023 hat die staatliche Kontrolle deutlich verschärft, und die malische Goldproduktion soll laut dem Plan des Bergbauministeriums bis 2029 unter 60 Tonnen jährlich bleiben. Wer in Goldminenaktien investiert ist, sollte regulatorische und politische Risiken in afrikanischen Förderländern daher weiterhin als relevanten Faktor im Blick behalten. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Konkrete Folgetermine nennt der Quelltext nur indirekt: Die für Ende September angekündigten Streikmaßnahmen bei Somilo und Gounkoto sowie die separaten Ankündigungen von Food & Events Africa und der Bergbaubehörde sind nach Angaben von Gewerkschaftsvertreter Sacko zurückgezogen. Ein Datum für eine mögliche Wiederaufnahme der Verhandlungen oder weiterer Gespräche wird nicht genannt.
Im größeren Kontext bleibt der von Barrick geplante Börsengang seiner nordamerikanischen Goldaktiva ein zentraler Meilenstein, der laut aktien.news bis Ende 2026 vollzogen werden soll. Auf Seiten Malis verweist der Produktionsplan des Bergbauministeriums auf eine Förderung unter 60 Tonnen jährlich bis 2029.
Kurz erklärt
- Tarifabkommen: Eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaften, die Arbeitsbedingungen wie Löhne, Zuschläge oder Reisekostenerstattung regelt.
- Joint Venture: Ein gemeinsames Unternehmen, an dem mehrere Partner beteiligt sind und in das sie Projekte oder Vermögenswerte einbringen.
- Börsengang (IPO): Der erstmalige Verkauf von Aktien eines Unternehmens an der Börse, durch den Kapital von Investoren eingesammelt wird.
- CFA-Franc: Die Währung mehrerer westafrikanischer Staaten, in der staatliche Forderungen und Zahlungen abgewickelt werden.
