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Bargeld bleibt Alltag trotz digitaler Alternativen

Mehr Hortung, weniger Nutzung – Deutsche halten am Bargeld aus verschiedenen Gründen fest

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Bargeld bleibt Alltag trotz digitaler Alternativen

Trotz des digitalen Vormarschs bleibt Bargeld in Deutschland ein fester Bestandteil des Alltags. Über die Hälfte aller Zahlungen wird hierzulande nach wie vor mit Scheinen und Münzen beglichen. Dennoch zeichnet sich ein klarer Trend ab: Der Anteil der Barzahlungen sinkt – langsam, aber stetig. Lag er laut Bundesbank im Jahr 2011 noch bei über 80 Prozent, waren es 2023 nur noch 53 Prozent. Auch die Europäische Zentralbank verzeichnete für den Euroraum einen deutlichen Rückgang. 2016 wurden fast 80 Prozent der Zahlungen in bar abgewickelt, 2023 nur noch 52 Prozent.

Bemerkenswert sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. Während in den Niederlanden nur noch 22 Prozent der Zahlungen bar erfolgen, liegt der Anteil in Malta bei 67 Prozent. Deutschland liegt mit seinen 53 Prozent im oberen Mittelfeld. Auffällig ist auch die Entwicklung in Finnland, dem einzigen Land der Eurozone, in dem der Anteil der Barzahlungen in den letzten zwei Jahren gestiegen ist – wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Diesen Veränderungen steht ein Phänomen gegenüber, das zunächst widersprüchlich erscheint: Trotz sinkender Barzahlungen wird in Deutschland immer mehr Bargeld gehortet. Ende 2024 waren es laut Bundesbank rund 400 Milliarden Euro – doppelt so viel wie noch 2018. Etwa 42 Prozent der umlaufenden Banknoten werden hierzulande zur Wertaufbewahrung zurückgelegt. Die Gründe dafür reichen von wirtschaftlicher Unsicherheit bis hin zum Wunsch nach Kontrolle über das eigene Geld.

Während die Nutzung im Alltag abnimmt, bleibt der Bargeldbestand im Portemonnaie der Deutschen stabil. Im Durchschnitt trugen sie 2023 rund 103 Euro bei sich – genauso viel wie 2011. Männer und ältere Menschen haben dabei tendenziell mehr Bargeld in der Brieftasche. Gleichzeitig nimmt die Beliebtheit von Münzgeld ab. 15 Prozent der Befragten gaben an, gar keine Münzen mit sich zu führen. Besonders kleine Münzen stehen in der Kritik: Eine Mehrheit in der Eurozone befürwortet die Abschaffung von 1- und 2-Cent-Stücken.

Auch digitale Finanzdienstleister reagieren auf diese Entwicklungen. So plant das Fintech Revolut, das bisher vollständig auf digitale Zahlungen setzte, künftig eigene Geldautomaten – zunächst in Spanien, später auch in Deutschland. Diese Maßnahme verdeutlicht: Auch im digitalen Zeitalter bleibt Bargeld relevant.

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