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Barclays: Japan birgt den besten KI-Value in Asien

Barclays-Stratege Rajadhyaksha empfiehlt Japan als attraktivsten KI-Markt Asiens – trotz schwächerer Performance als Korea und Taiwan.

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Barclays: Japan birgt den besten KI-Value in Asien

Anleger, die von der KI-Rallye in Asien profitieren wollen, sollten laut der britischen Großbank Barclays einen genaueren Blick auf Japan werfen. Barclays-Stratege Ajay Rajadhyaksha schreibt in einer aktuellen Mitteilung: „Der beste KI-Value könnte sich in Tokio verbergen." Damit rückt er den japanischen Aktienmarkt in den Fokus – trotz der Tatsache, dass der Nikkei 225 in diesem Jahr mit einem Plus von rund 32 Prozent hinter den Märkten Südkoreas und Taiwans zurückgeblieben ist.

Der entscheidende Vorteil Japans liegt laut Barclays in seiner breiten Sektordiversifizierung. Während Südkorea und Taiwan stark von einer Handvoll Chiphersteller dominiert werden, bietet der japanische Markt Zugang zu mehreren Teilen der KI-Lieferkette gleichzeitig – ohne von einem einzelnen Segment wie Speicherchips oder Foundry-Dienstleistungen abhängig zu sein. Diese Konzentration mache Korea und Taiwan anfälliger für Schwankungen im Technologiezyklus.

Konzentration als Risiko: Korea und Taiwan im Vergleich

Die Zahlen verdeutlichen das Ungleichgewicht: Samsung Electronics und SK Hynix machen zusammen mehr als die Hälfte des südkoreanischen Kospi-Index aus. In Taiwan entfallen rund 40 Prozent des Taiex auf den Chipriesen Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC). Im Nikkei 225 hingegen kommen die zehn größten Aktien zusammen auf lediglich rund 45 Prozent des Index – ein deutlich geringeres Konzentrationsrisiko.

Zu den bedeutenden Halbleiter-Werten im Nikkei zählen Unternehmen wie Advantest und Tokyo Electron. Gleichzeitig sind im Index starke Positionen aus dem Einzelhandel, der Telekommunikation, der Pharmaindustrie und der Chemiebranche vertreten. Japanische Unternehmen nehmen laut Barclays zudem kritische Positionen entlang der gesamten Halbleiter-Wertschöpfungskette ein – von Fertigungsanlagen und Spezialmaterialien bis hin zur Produktion von NAND-Flash-Speichern.

Rajadhyaksha fasst die Einschätzung klar zusammen: „Der Kospi und der Taiex haben die besseren Renditen erzielt. Der Nikkei bietet nun wahrscheinlich das bessere Risiko-Rendite-Verhältnis."

Nomura bestätigt: KI-Rallye hat noch Potenzial

Auch Chetan Seth, Aktienstratege bei Nomura, sieht Japan gut positioniert. „Der Nikkei weist ein Übergewicht an Aktien auf, die vom KI-Thema profitieren oder darauf ausgerichtet sind", sagte er gegenüber CNBC auf dem Nomura Investment Forum Asia. Als Beleg verweist er auf SoftBank, das derzeit die größte Aktie im Nikkei ist. „Die KI-Tech-Rallye hat noch Potenzial, und ich denke, Japan sollte ebenfalls davon profitieren", so Seth.

Strukturelle Reformen als zusätzlicher Rückenwind

Jenseits des KI-Themas sieht Barclays Japan durch eine breitere wirtschaftliche Transformation gestützt. Governance-Reformen, steigende Aktionärsrenditen, beschleunigte Aktienrückkäufe und die Auflösung von Überkreuzbeteiligungen verbessern die Kapitaleffizienz japanischer Unternehmen spürbar. Hinzu kommt die Rückkehr der Inflation nach Jahrzehnten der Stagnation, die das nominale Gewinnwachstum ankurbelt.

Für deutsche Privatanleger, die ein Engagement in der asiatischen KI-Welle suchen, liefert die Barclays-Analyse damit ein klares Argument: Japan bietet nicht nur KI-Exposure, sondern auch eine breitere Risikostreuung – und das bei einem Markt, der im laufenden Jahr noch Aufholpotenzial gegenüber seinen regionalen Wettbewerbern besitzt.

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