ANZEIGE

Bankenkollaps schickt Börsen auf Talfahrt

Bankenkollaps erschüttert Börsen - Droht eine neue Finanzkrise? Experten geben Einschätzungen.

2 Min
Bankenkollaps schickt Börsen auf Talfahrt

Die Sorge vor einem erneuten "Lehman-Moment" aufgrund des Zusammenbruchs der US-Bank SVB hat Europas Börsen auf Talfahrt geschickt. Der DAX fiel zeitweise unter die Marke von 15.000 Punkten, der EuroStoxx 50 und der CAC 40 verbuchten ebenfalls Verluste. Die Aktien der Commerzbank und der Deutschen Bank standen unter besonderem Druck, während die krisengeplagten Credit Suisse und UBS in Zürich ebenfalls starke Kursverluste verzeichneten. Auch andere europäische Banken wie BNP Paribas, Societe General, ING, NN, Banco BPM und UniCredit verzeichneten starke Kursverluste.

Möglicherweise ist die Sorge nicht unberechtigt: Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Handelshaus QC Partners sagt, die Einlagen der Kunden seien nach der Auflösung der SVB und der New Yorker Signature Bank zwar gesichert. Dieser Schritt zeige jedoch auch, wie ernst die US-Notenbank Fed, der Sicherungsfonds FDIC und das Finanzministerium den Fall nehmen. Wenn das Misstrauen kleineren Banken gegenüber zunehme und in großem Stil Einlagen abgezogen würden, könne ein gefährlicher Domino-Effekt entstehen.

Trotz Lieferschwierigkeiten hat Porsche im vergangenen Jahr deutlich zugelegt. Mit einem Gewinn vor Zinsen und Steuern von 6,8 Milliarden Euro lag der Absatz bei 309.884 Autos. Der Softwarekonzern SAP hat seine Mehrheitsbeteiligung an der Datenanalyse-Firma Qualtrics für 7,7 Milliarden US-Dollar an den Finanzinvestor Silver Lake verkauft. Die britische Großbank HSBC hat die britische Tochter der SVB übernommen, während der US-Flugzeugbauer Boeing seinen Langstreckenjet 787 Dreamliner wieder an Kunden übergeben kann.

Der Bundesverband deutscher Banken hält die Folgen der Pleite der SVB für die hiesigen Geldhäuser für eng begrenzt. Die deutschen Banken seien robust, stabil und widerstandsfähig und hätten ihr Kapital seit 2008 massiv aufgestockt. Seit der damaligen Finanzkrise sei die durchschnittliche Kernkapitalquote von 9,3 Prozent auf 15,8 Prozent gestiegen. Vor dem Hintergrund der angespannten Marktlage werden die beiden entscheidenden Termine in dieser Woche noch wichtiger. "Das Bankendrama kommt natürlich zur Unzeit. Die Finanzwoche hat es in sich und dürfte für weitere Abverkäufe und hohe Volatilität sorgen", meint Salah Bouhmidi, Marktbeobachter beim Onlinebroker IG Europe.

DAXBörseAktienGeldpolitikIndizesDeutsche BankCommerzbankUBSCredit SuisseSVB PorscheBankensektorEurostoxxBankenkrise

Meistgelesene News

  1. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  2. Bitcoin bei 63.591 Dollar – Volatilität auf Sechsmonatstief
  3. Nvidia-Ausblick treibt globale Märkte trotz makroökonomischer Risiken
  4. Lebensmittel- und Getränkeriesen kämpfen mit Lieferketten und Profitabilität
  5. N-Able-Aktie steigt nach Aufstockung des Rückkaufprogramms um 50 Mio. USD

Disclaimer