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Bank of Japan könnte Zinsen früher als erwartet anheben

Die Bank of Japan erwägt laut Insiderquellen eine Zinserhöhung bereits im April 2025 – deutlich früher als vom Markt erwartet. Der schwache Yen und anhaltende Inflationsrisiken treiben die Diskussion.

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Bank of Japan könnte Zinsen früher als erwartet anheben

Die Bank of Japan (BoJ) könnte ihre Geldpolitik früher straffen als bislang angenommen. Mehrere Entscheidungsträger der japanischen Notenbank schließen eine Zinserhöhung bereits im April nicht aus, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten. Dies wäre deutlich früher als die Markterwartung, die von einer Straffung in der zweiten Jahreshälfte ausgeht.

Aktueller Zinssatz auf 30-Jahres-Hoch

Die BoJ hatte die Zinsen im Dezember erst auf 0,75 Prozent angehoben – den höchsten Stand seit 30 Jahren. Bei der kommenden Sitzung am 23. Januar wird keine Änderung erwartet. Dennoch sehen viele Notenbanker Spielraum für weitere Schritte, sofern ausreichende Beweise vorliegen, dass Japan sein Inflationsziel von 2 Prozent dauerhaft erreichen wird.

Analysten gehen mehrheitlich davon aus, dass die BoJ bis Juli mit der nächsten Erhöhung warten wird. Mehr als 75 Prozent erwarten einen Anstieg auf 1 Prozent oder höher bis September. Die internen Diskussionen deuten jedoch auf eine möglicherweise aggressivere Gangart hin.

Schwacher Yen erhöht Inflationsdruck

Der seit Oktober deutlich schwächere Yen bereitet der Notenbank zunehmend Sorgen. Die Währungsabwertung verteuert Importe von Energie, Lebensmitteln und Rohstoffen, was den Preisdruck verstärken könnte. "Die BoJ könnte bei der Bewältigung der Inflationsrisiken im Verzug sein und gezwungen werden, früher als erwartet zu handeln", warnt Katsutoshi Inadome von Sumitomo Mitsui Trust Asset Management.

Die Kerninflation lag im November bei 3,0 Prozent und übertrifft damit seit fast vier Jahren das Zielband. Die BoJ erwartet zwar ein Nachlassen des durch Lebensmittel getriebenen Preisdrucks, doch der schwache Yen könnte diese Prognose durchkreuzen.

Uneinigkeit im Notenbank-Rat

Innerhalb des neunköpfigen Vorstands herrscht keine Einigkeit über das Tempo weiterer Zinsschritte. Gouverneur Kazuo Ueda mahnt zur Vorsicht und will die Auswirkungen vergangener Erhöhungen auf die fragile Wirtschaft genau beobachten. Andere Ratsmitglieder favorisieren einen restriktiveren Kurs.

Aus der Dezember-Sitzung ist bekannt, dass mindestens drei Mitglieder für regelmäßige Zinserhöhungen plädieren. Ein Ratsmitglied forderte Anhebungen alle paar Monate, um exzessive Yen-Verluste zu verhindern. Die beiden bekannten "Falken" Naoki Tamura und Hajime Takata hatten im Dezember bereits gegen die vorsichtige Haltung gestimmt.

Prognosen werden angehoben

Bei der kommenden Sitzung wird die BoJ voraussichtlich ihre Wachstums- und Inflationsprognosen für das Fiskaljahr 2026 nach oben korrigieren. Bislang geht sie von 0,7 Prozent Wirtschaftswachstum und 1,8 Prozent Kerninflation aus.

Die Entscheidungsträger stehen vor der heiklen Aufgabe, die seit Jahren ultraniedrigen Zinsen zu normalisieren, ohne die gerade erst begonnene Erholung von der chronischen Deflation zu gefährden. Gleichzeitig drängen globale Unsicherheiten und Währungsturbulenzen zu raschem Handeln.

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