Bank of Israel hält Leitzins trotz Iran-Konflikt bei 4%
Die israelische Zentralbank belässt ihren Leitzins unverändert – trotz wachsender Inflationssorgen durch den anhaltenden Krieg mit dem Iran.

Die Bank of Israel hat ihren Leitzins auf der Sitzung am Montag bei 4% belassen. Diese Entscheidung entsprach den Erwartungen aller von Bloomberg befragten Ökonomen. Der anhaltende Konflikt mit dem Iran sorgt dabei für erhöhte wirtschaftliche Unsicherheit sowohl in Israel als auch auf den globalen Märkten.
Zentralbankgouverneur Amir Yaron hielt im Anschluss an die Bekanntgabe eine Pressekonferenz ab. Die Währungshüter stehen vor einem schwierigen Balanceakt: Einerseits gilt es, die wirtschaftliche Stabilität zu sichern, andererseits wächst der Inflationsdruck durch den militärischen Konflikt. Eine Zinssenkung hätte angesichts dieser Gemengelage erhebliche Risiken mit sich gebracht.
Israelische Märkte unter Druck
Die Unsicherheit spiegelte sich deutlich an den Finanzmärkten wider. Der Tel Aviv Stock Exchange 35 Index verzeichnete im Vorfeld der Zinsentscheidung den dritten Handelstag in Folge Verluste. Das ist die längste Verlustserie seit Beginn des Krieges mit dem Iran Ende Februar – ein deutliches Zeichen für die angespannte Stimmung unter Investoren.
Für deutsche Anleger ist die Situation in Israel aus mehreren Gründen relevant. Ein eskalierender Nahostkonflikt kann die globalen Energiepreise treiben und damit auch die Inflation in Europa beeinflussen. Zudem sind israelische Technologieunternehmen in vielen internationalen Portfolios vertreten.
Die Entscheidung der Bank of Israel, das Zinsniveau stabil zu halten, sendet ein klares Signal: Stabilität hat in Krisenzeiten Vorrang. Solange der Konflikt mit dem Iran andauert, dürfte eine Zinssenkung in weiter Ferne liegen.
