Bank of China Aktie steigt: Starke Halbjahreszahlen treiben Kurs
Bank of China-Aktie steigt nach starken Halbjahreszahlen um 5,3 Prozent gegen den Markttrend.

Die Aktien der Bank of China (BOC) sind am Montag an der Börse von Hongkong deutlich gestiegen. Ein Anleger, der nach chinesischen Bankaktien Ausschau hält, sollte die Entwicklung genau verfolgen.
Treibende Kraft war die Veröffentlichung der Zwischenergebnisse für das erste Halbjahr 2026, die über das Wochenende veröffentlicht wurden. Die Aktie kletterte um 5,3 Prozent auf 5,875 Hongkong-Dollar – und das gegen den Trend, denn der Hang-Seng-Index gab zeitgleich um 0,9 Prozent nach. Auch die Aktienmärkte auf dem chinesischen Festland schwächelten.
Starke operative Entwicklung im ersten Halbjahr
Die operative Ertragslage der Bank of China fällt für die ersten sechs Monate des Jahres 2026 positiv aus. Die Erträge beliefen sich auf umgerechnet 357,1 Milliarden Renminbi (RMB), was einem Anstieg von 8,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Diese Kennzahl zeigt, dass das Geschäft auf breiter Basis zulegen konnte.
Noch wichtiger aus Investorensicht: Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn stieg auf 123,6 Milliarden RMB. Das entspricht einem Zuwachs von 5,1 Prozent und ist das höchste Gewinnwachstum unter den sechs großen staatseigenen Banken Chinas. Damit setzt sich die BOC von ihren direkten Wettbewerbern ab.
Margenstabilisierung als positives Signal
Ein besonderes Augenmerk lag in den vergangenen Quartalen auf der Entwicklung der Zinsmargen. Das niedrige Zinsumfeld in China hatte bei vielen Geldhäusern für Druck gesorgt. Bei der Bank of China zeichnet sich nun offenbar eine Besserung ab. Das Zinsüberschussvolumen legte um 10,2 Prozent im Jahresvergleich zu.
Die Nettozinsspanne (NIM) stieg leicht um einen Basispunkt auf 1,27 Prozent. Analysten werten dies als Hinweis darauf, dass der Margendruck durch das anhaltend niedrige Zinsniveau in China möglicherweise nachlässt. Zwar bleibt der Wert auf einem niedrigen Niveau, doch die Stabilisierung dürfte für Erleichterung bei den Anlegern sorgen.
Bilanzqualität verbessert sich
Die Bilanzstruktur der Bank zeigt ebenfalls eine positive Entwicklung. Die Quote der notleidenden Kredite (Non-Performing Loans, NPL) sank auf 1,22 Prozent. Gleichzeitig stieg die Deckungsquote der Wertberichtigungen (Provision Coverage Ratio) auf 200,85 Prozent. Beide Kennzahlen deuten auf eine gesündere und besser abgesicherte Bilanz hin.
Die Analysten von Huatai Securities haben ihre Einschätzung nach der Veröffentlichung der Zahlen bekräftigt und empfehlen sowohl die A-Aktien (Festland) als auch die H-Aktien (Hongkong) der Bank weiterhin mit „Übergewichten“ beziehungsweise „Kaufen“. Als Kernargumente nennen die Experten die Stabilisierung der Margen, das beschleunigte Wachstum des Zinsüberschusses sowie die Verbesserung der Asset-Qualität im Unternehmens- und Auslands-Kreditportfolio.
Dividende steigert Anlegerattraktivität
Zusätzlich zu den soliden operativen Kennzahlen kündigte die Bank of China eine zwischenzeitliche Bardividende an. Dieser Schritt ist ein weiteres Signal an die Aktionäre und dürfte die Attraktivität der Aktie für dividendenorientierte Anleger nochmals erhöhen.
Die positive Kursentwicklung kommt auch vor dem Hintergrund eines insgesamt schwächeren Marktumfelds in China zustande, was die relative Stärke der BOC-Aktie unterstreicht.
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