Bank of America übertrifft Gewinnerwartungen dank Rekord-Zinserträgen
Die Bank of America hat im vierten Quartal die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen. Rekordhohe Zinserträge und ein starkes Handelsgeschäft trieben das Ergebnis an, während CEO Brian Moynihan optimistisch in die Zukunft blickt.

Die Bank of America hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem starken Schlussspurt beendet. Im vierten Quartal übertraf das zweitgrößte US-Kreditinstitut die Gewinnerwartungen der Wall Street deutlich. Haupttreiber waren Rekord-Zinserträge und ein florierendes Handelsgeschäft.
Nettozinsertrag mit kräftigem Wachstum
Die Bank erwartet für das laufende Quartal einen Anstieg des Nettozinsertrags (NII) um 7 Prozent. Der NII bezeichnet die Differenz zwischen Einnahmen aus Krediten und Auszahlungen für Einlagen. Für das Geschäftsjahr 2026 bekräftigte das Institut seine Wachstumsprognose von 5 bis 7 Prozent. Diese positive Entwicklung resultiert aus der schrittweisen Neubewertung festverzinslicher Vermögenswerte hin zu höher rentierlichen Anlagen.
Die Zinssenkungen der Federal Reserve Ende 2025 ermöglichten es den Banken zudem, ihre Einlagenkosten zu senken und damit die Margen zu verbessern. Gleichzeitig kurbelten niedrigere Zinssätze die Kreditnachfrage an, da Verbraucher verstärkt Kredite zu attraktiven Konditionen aufnehmen wollen.
Handelsgeschäft profitiert von Marktvolatilität
Die Handels- und Vertriebsumsätze der Bank of America stiegen im Quartal um 10 Prozent auf 4,5 Milliarden US-Dollar. Dieses Ergebnis entsprach der Prognose von CEO Brian Moynihan vom Vormonat. Die volatilen Märkte im vierten Quartal – ausgelöst durch Sorgen um die US-Arbeitsnachfrage, politische Unsicherheiten und Bedenken wegen einer möglichen KI-getriebenen Aktienblase – spielten den Händlern in die Karten.
Auch der Konkurrent JPMorgan Chase meldete am Dienstag überdurchschnittliche Quartalsergebnisse, getrieben durch eine starke Performance im Handelsgeschäft. Volatile Märkte kommen Investmentbanken typischerweise zugute, da erhöhte Kundenaktivität zu höheren Umsätzen in den Handelsabteilungen führt.
Kreditvolumen wächst über alle Bereiche
Die durchschnittlichen Kredite und Leasingforderungen der Bank of America stiegen im Jahresvergleich um 8 Prozent auf 1,17 Billionen US-Dollar. Das Wachstum erstreckte sich über alle Geschäftsbereiche hinweg, einschließlich sämtlicher Kategorien der Verbraucherkredite.
CEO Moynihan zeigt sich optimistisch
"Da sich Verbraucher und Unternehmen als widerstandsfähig erweisen und das regulatorische Umfeld sowie die Steuer- und Handelspolitik stärker in den Fokus rücken, erwarten wir weiteres Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr", erklärte Moynihan. "Obwohl weiterhin eine Reihe von Risiken bestehen, sind wir für die US-Wirtschaft im Jahr 2026 optimistisch gestimmt."
Aktie bleibt hinter Konkurrenz zurück
Die Ergebnisse schlossen ein positives Jahr für die Bank ab. Die Aktie legte 2025 um über 25 Prozent zu und übertraf damit den breiter gefassten S&P 500 Index. Allerdings blieb sie hinter den Konkurrenten JPMorgan Chase und Wells Fargo zurück. Im vorbörslichen Handel am Mittwoch gab die Aktie knapp 1 Prozent nach.
"Die Banken sind sehr stark in das Jahr gestartet, und da diese Zahlen nun vorliegen, brauchen die Märkte etwas Zeit, um sie zu verarbeiten", kommentierte Jake Johnston, stellvertretender Chief Investment Officer bei Advisors Asset Management. "Wir sehen leichte Verfehlungen bei einigen Schätzungen, aber diese Aktien hatten im Vorfeld dieser Berichte eine starke Rallye hingelegt."
