Banco Master-Skandal: Ermittlungen dauern bis Mitte 2025
Die brasilianische Staatsanwaltschaft benötigt bis zu sechs Monate zur Auswertung der Beweismittel im Fall der liquidierten Banco Master. Vermögenswerte von 1,06 Milliarden US-Dollar wurden eingefroren.

Die Ermittlungen gegen die liquidierte brasilianische Banco Master werden sich noch mindestens bis Mitte 2025 hinziehen. Wie eine mit dem Fall vertraute Quelle aus der Generalstaatsanwaltschaft mitteilte, benötigen die Staatsanwälte vier bis sechs Monate zur Sichtung der umfangreichen Beweismittel.
Umfangreiche Ermittlungsarbeiten
Die Staatsanwaltschaft muss Bank- und Steuerunterlagen von 101 Einzelpersonen und Unternehmen prüfen. Zusätzlich wurden bei Durchsuchungen an 42 Standorten Beweismittel beschlagnahmt, die vom Obersten Gericht Brasiliens genehmigt wurden. Erst nach Abschluss dieser Prüfung wird entschieden, ob strafrechtliche Anklagen erhoben werden.
Hauptverdächtiger weist Vorwürfe zurück
Im Fokus der Ermittlungen steht Daniel Vorcaro, Mehrheitsaktionär der Banco Master. Seine Anwälte bestreiten jeglichen Betrug und betonen die vollumfängliche Kooperation ihres Mandanten mit den Behörden. Die Verteidigung wurde über die Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsmaßnahmen informiert.
Massive Vermögenssperre
Gerichte froren im Rahmen der zweiten Ermittlungsphase Vermögenswerte in Höhe von 5,7 Milliarden Reais (1,06 Milliarden US-Dollar) ein. Die Verdächtigen werden wegen bandenmäßiger Kriminalität, betrügerischer Führung eines Finanzinstituts, Marktmanipulation und Geldwäsche untersucht.
Hintergrund des Skandals
Die brasilianische Zentralbank hatte die Banco Master im November in Liquidation versetzt. Obwohl die Bank weniger als ein Prozent der gesamten Bankaktiva Brasiliens ausmacht, sorgte ihr Zusammenbruch für erhebliches Aufsehen. Das Institut hatte sein Wachstum mit Hochzinsanleihen finanziert, die als durch den privaten Einlagensicherungsfonds gedeckt vermarktet wurden.
Investoren warten auf Entschädigung
Die erste Ermittlungsphase konzentrierte sich auf die mutmaßliche Verwendung betrügerischer Kredite. Investoren warten nun auf Auszahlungen aus dem Einlagensicherungsfonds für Vermögenswerte in Höhe von rund 41 Milliarden Reais (7,63 Milliarden US-Dollar). Der Fall gilt als einer der bedeutendsten Bankskandale Brasiliens der jüngeren Zeit.
