Baillie Gifford sieht Comeback-Potenzial bei CoStar und Duolingo
Der britische Vermögensverwalter Baillie Gifford hält zwei stark gefallene US-Aktien für aussichtsreiche Comeback-Kandidaten.

Zwei US-Aktien, die im laufenden Jahr massiv an Wert eingebüßt haben, könnten nach Einschätzung des britischen Vermögensverwalters Baillie Gifford vor einer Erholung stehen. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um die Titel von CoStar und Duolingo. Beide Papiere hätten das Potenzial für „signifikantes Wachstum", so die Einschätzung der Briten.
Ben James, Investment-Spezialist für die US-Equity-Wachstumsstrategie bei Baillie Gifford, erklärte in einem Interview mit MarketWatch am Montag, es gebe Unternehmen, „deren Aktienkurse im letzten Jahr bis zu 18 Monaten erheblich bestraft wurden". Sein Haus stufe diese Unternehmen jedoch als mit einer „bedeutenden Wachstumschance" ausgestattet ein. Damit zählt Baillie Gifford zu den Investoren, die nach kräftigen Kursrückgängen gezielt nach unterbewerteten Wachstumswerten suchen.
Baillie Gifford ist eine große britische Investmentgesellschaft, die vor allem als langjähriger Investor in den Unternehmen von Elon Musk bekannt ist. Der Vermögensverwalter verfolgt traditionell einen langfristig orientierten Wachstumsansatz und hält Beteiligungen über viele Jahre, statt kurzfristig auf einzelne Kursbewegungen zu reagieren.
Was hinter der Comeback-These steckt
Die Argumentation folgt einem bekannten Muster im Wachstumssegment: Unternehmen, deren Aktien über einen längeren Zeitraum von zwölf bis 18 Monaten deutlich abgestraft wurden, können nach Ansicht von Baillie Gifford ihre Bewertung wieder aufholen, wenn sich die operative Entwicklung stabilisiert. Entscheidend ist aus Sicht des Fondsmanagers, dass das zugrunde liegende Geschäftsmodell intakt bleibt und weiterhin Wachstumsperspektiven bietet.
Für deutsche Privatanleger ist die Einschätzung insofern interessant, als sie einen Kontrapunkt zur breiten Marktstimmung setzt. Während viele Anleger nach starken Kursverlusten das Vertrauen verlieren, sieht Baillie Gifford gerade in diesen Phasen Chancen. Der Ansatz setzt allerdings eine hohe Risikobereitschaft und einen langen Anlagehorizont voraus, da sich Erholungen über mehrere Jahre hinziehen können.
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt der Aussagen: Sie fielen in einem Interview am Montag, also zu Beginn der Handelswoche. Baillie Gifford positioniert sich damit öffentlich zu zwei Titeln, die in diesem Jahr zu den klaren Verlierern zählten. Konkrete Kursziele oder einen Zeitrahmen für die erwartete Erholung nannte der Fondsmanager in dem Interview nicht.
Ob sich die Comeback-These bestätigt, hängt maßgeblich von der weiteren Geschäftsentwicklung von CoStar und Duolingo ab. Anleger sollten die kommenden Quartalszahlen der beiden Unternehmen und die weitere Berichterstattung aufmerksam verfolgen. Baillie Gifford hat mit seiner Einschätzung eine klare Position bezogen — ob der Markt folgt, wird sich erst zeigen müssen.
