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Bahn warnt vor Ausdünnung im Fernverkehr

Steigende Trassenpreise und Finanzierungslücken bedrohen Angebot und Ticketpreise gleichermaßen

2 Min
Bahn warnt vor Ausdünnung im Fernverkehr

Steigende Trassenpreise könnten in naher Zukunft zu einer deutlichen Reduzierung des Bahn-Fernverkehrs führen. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Richard Lutz, hat vor möglichen Einschränkungen beim Angebot gewarnt, sollten staatliche Fördermittel nicht ausreichen. Ohne ausreichende Unterstützung bei der Trassenpreisförderung und einer grundlegenden Reform des Preissystems sei das Unternehmen gezwungen, seine Fernverkehrsangebote auf ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit zu überprüfen und gegebenenfalls zu reduzieren.

Laut Lutz widerspräche eine solche Entwicklung den politischen Zielen, mehr Verkehr auf die klimafreundliche Schiene zu verlagern. Die Trassenpreise stellen eine Art Maut dar, die Eisenbahnunternehmen für die Nutzung der Infrastruktur an die DB-Tochter InfraGo entrichten müssen. Diese Einnahmen fließen unter anderem in die Instandhaltung des Schienennetzes. Eine Genehmigung der Preise durch die Bundesnetzagentur ist erforderlich, das Verfahren für das Jahr 2026 läuft derzeit noch.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hatte bereits zuvor auf mögliche Einschnitte hingewiesen. Demnach könnte auf wichtigen ICE-Strecken ein Rückgang des Angebots um bis zu 25 Prozent drohen. EVG-Chef Martin Burkert sprach von historischen Preissteigerungen, die schon in diesem Jahr deutlich über zehn Prozent liegen könnten. Er forderte den Bundestag auf, die geplanten Erhöhungen bei den Trassenpreisen durch gezielte Fördermaßnahmen abzumildern.

Für den Güterverkehr bezifferte Bahnchef Lutz den Förderbedarf aller Unternehmen in diesem Jahr auf rund 350 Millionen Euro. Im aktuellen Haushaltsplan sind jedoch lediglich 275 Millionen Euro vorgesehen. Auch im Fernverkehr bestehe eine beträchtliche Finanzierungslücke. Lutz betonte, dass eine strukturelle Reform des Trassenpreissystems notwendig sei, wie sie auch im Koalitionsvertrag angekündigt wurde.

Die Preissteigerungen ergeben sich unter anderem aus den Zinszahlungen auf zusätzliches Eigenkapital, das der Bund der Bahn zur Verfügung gestellt hat. Je höher das Kapital, desto höher die Zinsen – was sich direkt auf die Trassenpreise auswirkt. Die Bundesnetzagentur wartet aktuell auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, das klären soll, ob eine Begrenzung der Trassenpreiserhöhungen im Regionalverkehr zulässig ist. Bis dahin bleibt offen, wie stark die Preise tatsächlich steigen werden und welche Konsequenzen dies für das Angebot im Schienenverkehr haben könnte.

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