Bahn streicht Familienreservierung und erhöht Preise
Neue Verbindungen, Rabatte und günstigere Tickets für Kurzstrecken im Fernverkehr

Die Deutsche Bahn hat mit ihrem sogenannten kleinen Fahrplanwechsel zum 15. Juni 2025 zahlreiche Änderungen im Fernverkehr umgesetzt. Besonders im Fokus steht die ersatzlose Streichung der Familienreservierung. Trotz teils massiver Kritik von Fahrgästen und politischen Stimmen hält das Unternehmen an dieser Entscheidung fest. Familien, die gemeinsam reisen wollen, müssen künftig für jedes Kind eine eigene Sitzplatzreservierung bezahlen. Das kann die Kosten pro Fahrt deutlich erhöhen, etwa auf 22 Euro für ein Paar mit zwei Kindern. Zuvor waren Familienplätze pauschal für 10,40 Euro buchbar.
Auch bei den allgemeinen Preisen für Sitzplatzreservierungen gab es Anpassungen. In der zweiten Klasse kostet die Reservierung jetzt 5,50 Euro statt 5,20 Euro. In der ersten Klasse steigt der Preis von 6,50 auf 6,90 Euro, wobei bei Flexpreistickets die Reservierung weiterhin enthalten ist. Zudem führt die Bahn wieder kundenfreundlichere Stornobedingungen für Flexpreistickets ein: Eine kostenfreie Rückgabe ist bis einen Tag vor Geltung möglich, danach fallen 30 Euro Gebühr an.
Mit verschiedenen Rabattaktionen versucht die Bahn, mehr Fahrgäste in ihre Fernzüge zu locken. So erhalten Frühbucher bis zum 31. Juli einen Nachlass von 20 Prozent auf Flexpreistickets, sofern sie mehr als vier Wochen im Voraus buchen. Außerdem wird der Preis für kurze Strecken mit etwa 100 Kilometern auf mindestens 6,99 Euro gesenkt. Für junge Reisende unter 27 Jahren kostet die My BahnCard 50 in der zweiten Klasse bis Mitte Dezember nur 49,99 Euro. Senioren mit BahnCard können im Sommer optional die BahnCard Plus erwerben, die zusätzliche Vorteile wie Lounge-Zugang bietet.
Auch Pendler profitieren: Bis zum 28. Juni gibt es einen Rabatt von 25 Prozent auf persönliche Monatskarten ohne Abo, gültig für beide Klassen. Die Maßnahmen sind Teil einer Strategie, die Auslastung der Fernzüge zu erhöhen. Diese lag im ersten Quartal des Jahres bei nur 44 Prozent und damit unter dem angestrebten Ziel von 50 Prozent.
Im Bereich der Verbindungen erweitert die Bahn ihr Angebot ebenfalls. Zwischen Berlin und Chemnitz fährt künftig an Wochenenden ein Intercity direkt. Ebenfalls samstags gibt es einen neuen ICE von Berlin über Rostock bis Binz. Internationale Verbindungen werden unter anderem zwischen Hamburg und Kopenhagen sowie München und Bologna ausgebaut. Auch der Nachtverkehr profitiert: Ein zusätzlicher Nachtzug fährt künftig zwischen Berlin und Prag.
