Bahn stellt sich neu auf
Palla treibt Konzernumbau voran und setzt auf bessere Kennzahlen

Die Deutsche Bahn rechnet unter ihrer neuen Konzernchefin Evelyn Palla mit einer deutlichen Verbesserung der Geschäftszahlen im kommenden Jahr. Nach internen Informationen, die zuletzt öffentlich geworden waren, erwartet der Konzern für 2025 erstmals wieder ein leicht positives operatives Ergebnis. Intern wird von einem Ebit knapp über null ausgegangen, während der Umsatz voraussichtlich leicht über 27 Milliarden Euro liegen soll. Trotz einer weiterhin negativen Ergebnisentwicklung nach Steuern, die sich auf rund 820 Millionen Euro belaufen dürfte, bewertet das Management die Entwicklung als wichtigen Zwischenschritt.
Für das darauffolgende Jahr kalkuliert der Staatskonzern mit weiteren Fortschritten. Der Umsatz wird demnach bei gut 28 Milliarden Euro gesehen, während der Verlust unter dem Strich deutlich sinken soll. Nach aktuellen Planungen geht die Führungsebene von einem Fehlbetrag von rund 180 Millionen Euro aus. Im operativen Geschäft wird hingegen ein deutlich positives Ebit von etwa 500 Millionen Euro erwartet. Der Konzern kommentierte diese internen Prognosen bisher nicht.
Aufsichtsgremien und Management hatten sich in der zurückliegenden Woche mit grundlegenden Strukturfragen befasst. Im Zuge der von Palla geplanten Neuaufstellung soll der Vorstand verkleinert werden. Nach Angaben aus Konzernkreisen ist vorgesehen, die Leitungsgremien der Regional- und Fernverkehrssparte zu straffen. Die Regionalverkehrssparte soll künftig nur noch fünf statt bisher sechs Vorstände haben, der Fernverkehr vier statt fünf.
Auch unterhalb der Vorstandsebene sind tiefgreifende Veränderungen geplant. Die erste Führungsebene unter dem Konzernvorstand soll von 43 auf 22 Positionen reduziert werden. Darüber hinaus sollen die fünf Stellen der Konzernbeauftragten entfallen. Interne Unterlagen hatten die Pläne bereits angedeutet und im Umfeld des Aufsichtsrats für Diskussionen gesorgt.
Die frühere Konzernführung hatte für das laufende Jahr operative schwarze Zahlen in Aussicht gestellt. In der ersten Jahreshälfte war das Betriebsergebnis jedoch mit minus 239 Millionen Euro weiterhin negativ. Der Umsatz lag zur Jahresmitte bei 13,3 Milliarden Euro, während der Jahreswert mit mindestens 27 Milliarden Euro prognostiziert worden war. Die nun offengelegten Erwartungen verdeutlichen, dass die neue Konzernchefin mit strukturellen Anpassungen und betriebswirtschaftlicher Konsolidierung einen grundlegenden Kurswechsel anstrebt.
