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Bahn spart Personal und kämpft um Effizienz

Produktivitätsverlust, Sanierungsprogramm und Stellenabbau prägen die Zukunft des Konzerns

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Bahn spart Personal und kämpft um Effizienz

In einem Berliner Viersternehotel der NH-Gruppe fanden in den vergangenen Tagen die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) statt. Der Staatskonzern und die größte Eisenbahngewerkschaft Deutschlands einigten sich am Sonntag auf einen neuen Tarifabschluss. Diese rasche Einigung nach den Streiks und Konflikten der Vergangenheit ist vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Lage der Bahn von besonderer Bedeutung. Der Konzern befindet sich in einem umfassenden Sanierungsprozess, der unter dem Namen S3 bis 2027 zwei Milliarden Euro Gewinn erzielen soll. Neben Verbesserungen bei Pünktlichkeit und Effizienz zielt das Programm auf eine Senkung der Personalaufwandsquote ab.

Die Produktivität der Bahn hat in den letzten Jahren stark gelitten. Besonders betroffen ist der Bereich DB Regio, wo die Zugleistung von 400 Millionen Kilometern im Jahr 2015 auf 350 Millionen Kilometer sank, obwohl die Zahl der Beschäftigten von knapp 21.000 auf fast 23.000 anstieg. Dies entspricht einem Produktivitätsrückgang von 24 Prozent. Noch gravierender sind die Verluste bei DB Cargo, wo die Zugleistung um über 50 Prozent sank, die Zahl der Mitarbeiter aber nur um 40 Prozent zurückging, was einem Produktivitätsverlust von über 34 Prozent gleichkommt.

Im Rahmen des Sanierungsprogramms S3 plant die Bahn, den Personalbestand in den kommenden Jahren zu verringern. Finanzvorstand Levin Holle hatte im Sommer angekündigt, bis zu 30.000 Stellen zu streichen, obwohl der Konzern entgegen seinen Planungen im selben Zeitraum 4.000 neue Arbeitsplätze geschaffen hatte. Die Reduzierung soll vor allem die Bereiche Verwaltung, Vertrieb und indirekt operative Funktionen betreffen. Personalvorstand Martin Seiler betonte, dass die Tarifverhandlungen auch die Weichen für diesen Umbau stellen sollen.

Ein wesentlicher Grund für den steigenden Personalbedarf liegt in den erfolgreichen Tarifabschlüssen der vergangenen Jahre. Im Wettbewerb mit der kleineren Lokführergewerkschaft GDL konnte die EVG zahlreiche Verbesserungen für die Arbeitnehmer durchsetzen. Die Arbeitszeit wurde schrittweise auf 35 Stunden pro Woche gesenkt, Überstunden sind flexibler gestaltbar, und Nachtarbeit wird zusätzlich vergütet. Diese Regelungen führten dazu, dass die Bahn mehr Personal einstellen musste, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Besonders die Gütersparte DB Cargo steht unter starkem Druck. Bis Ende 2024 sollen dort 5.000 Stellen abgebaut werden, um jährlich eine halbe Milliarde Euro einzusparen. Betriebsräte berichten von gravierenden Einschnitten, die bereits zu Einschränkungen im Betrieb geführt hätten. Eine mögliche Zerschlagung durch die EU-Kommission steht im Raum, sollte der Konzern die Sanierungsziele nicht erreichen.

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