ANZEIGE

Bahn schreibt weiter Verluste trotz steigender Umsätze

Sanierungsprogramm greift langsam – erste Streckensperrung ab August für neun Monate geplant

2 Min
Bahn schreibt weiter Verluste trotz steigender Umsätze

Die Deutsche Bahn hat im ersten Halbjahr 2025 einen Verlust von rund 760 Millionen Euro verzeichnet. Damit fiel das Minus zwar deutlich geringer aus als im Vorjahreszeitraum, als der Fehlbetrag bei 1,6 Milliarden Euro lag, dennoch bleibt die wirtschaftliche Lage des bundeseigenen Konzerns angespannt. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen stieg der Konzernumsatz im selben Zeitraum um 3,4 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (preisbereinigtes EBIT) belief sich auf ein Minus von 239 Millionen Euro.

Hintergrund der angespannten Finanzlage ist nicht nur eine überlastete und teilweise marode Infrastruktur, sondern auch eine schwache betriebliche Leistung. Um dem entgegenzuwirken, hat sich die Deutsche Bahn ein umfassendes Sanierungsprogramm auferlegt. Bis zum Jahr 2027 sollen wesentliche Verbesserungen in den Bereichen Infrastruktur, Betrieb und Finanzen erreicht werden. Ein zentraler Bestandteil des Plans ist die Generalsanierung von rund 40 hochbelasteten Bahnstrecken.

Ein erster bedeutender Schritt steht unmittelbar bevor: Am 1. August beginnt die Komplettsperrung der Strecke zwischen Berlin und Hamburg, die für neun Monate modernisiert wird. Experten sehen in dieser Maßnahme einen entscheidenden Härtetest für das neue Baukonzept der Bahn. Die Strecke gilt als besonders anspruchsvoll, da sie vergleichsweise lang ist und alternative Umleitungen kaum zur Verfügung stehen.

Die Erwartungen an die kurzfristige Wirkung der Maßnahmen sind verhalten. Auch nach der Sanierung der Strecke Hamburg–Berlin wird nicht mit einer sofortigen Verbesserung der Pünktlichkeit gerechnet. Weitere Generalsanierungen sollen daher 2026 folgen. Insgesamt sind für das kommende Jahr vier solcher Maßnahmen geplant.

Die aktuellen Zahlen zur Pünktlichkeit unterstreichen den Handlungsbedarf: Im Juni 2025 wurden lediglich 57,1 Prozent der Halte im Fernverkehr mit einer maximalen Verspätung von unter sechs Minuten erreicht. Das Ziel des Konzerns liegt deutlich höher – angestrebt wird eine Quote zwischen 65 und 70 Prozent für das Gesamtjahr. Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität bleibt damit erheblich.

Parallel zur sinkenden Pünktlichkeit hat die Bahn auch mit einem Rückgang der Produktivität zu kämpfen. In einzelnen Unternehmensbereichen ist diese laut interner Angaben in weniger als zehn Jahren um bis zu 34 Prozent gesunken. Trotz wachsender Mitarbeiterzahlen wurden weniger Züge auf die Strecke geschickt. Die Unternehmensführung und die Gewerkschaften haben sich inzwischen auf Maßnahmen zur Gegensteuerung verständigt.

Deutsche BahnFinanzenGewinneinbruch Mobilität

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer