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Bahn bleibt im Juli weit hinter Zeitplan

Verspätungen durch Baustellen, Hitze, Sabotage und technische Probleme

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Bahn bleibt im Juli weit hinter Zeitplan

Die Deutsche Bahn hat im Juli einen neuen Tiefstand bei der Pünktlichkeit ihrer Fernzüge erreicht. Nur 56,1 Prozent aller Verbindungen kamen im vergangenen Monat innerhalb der vorgesehenen Zeit an. Damit lag der Wert deutlich unter dem Vorjahresniveau, als noch rund 62 Prozent der Züge pünktlich waren. In die Statistik fließen Verspätungen ab sechs Minuten ein, ausgefallene Züge werden bei der betrieblichen Pünktlichkeit jedoch nicht berücksichtigt. Anders verhält es sich bei der sogenannten Reisendenpünktlichkeit, die zusätzlich auch Ausfälle einbezieht und den Anteil der Fahrgäste misst, die mit einer maximalen Verzögerung von knapp 15 Minuten am Ziel ankamen. Hier sank der Wert im Juli ebenfalls deutlich und lag bei 59,4 Prozent, während er im gleichen Monat des Vorjahres noch bei mehr als 67 Prozent gelegen hatte.

Eine Sprecherin des bundeseigenen Konzerns räumte ein, dass die Bahn mit diesen Ergebnissen keinesfalls zufrieden sein könne. Bereits im ersten Halbjahr hatte das Unternehmen das von Bahnchef Richard Lutz formulierte Jahresziel einer betrieblichen Pünktlichkeit von 65 bis 70 Prozent verfehlt. Auch im Juli blieb der Konzern weit hinter dieser Vorgabe zurück.

Die Ursachen für die deutliche Verschlechterung sind nach Unternehmensangaben vielfältig. Die zahlreichen Baustellen im Netz belasteten den Fahrplan weiter erheblich. Hinzu kamen die Folgen einer Hitzewelle zu Beginn des Monats, die an mehreren Stellen zu Böschungsbränden führte und damit den Betrieb verlangsamte. Ende Juli kam es zudem zu einem Brandanschlag auf die Infrastruktur, der den Verkehr auf der stark genutzten Strecke zwischen Duisburg und Düsseldorf erheblich beeinträchtigte.

Auch technische Einschränkungen spielten eine Rolle. Wegen eines Software-Updates bei einem Lieferanten musste die Bahn im Raum Köln/Rhein-Main für mehrere Tage die Höchstgeschwindigkeit ihrer Züge drosseln. Diese Maßnahme führte zu zusätzlichen Verzögerungen und verstärkte die Belastungen im ohnehin schon angespannten Betriebsablauf.

Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, dass die Bahn in einem besonders schwierigen Sommer mit mehreren Störfaktoren gleichzeitig zu kämpfen hatte. Baustellen, extreme Wetterbedingungen, Sabotageakte und technische Probleme summierten sich zu einem Monat, in dem die Pünktlichkeit im Fernverkehr auf den schlechtesten Wert seit Jahresbeginn sank. Mit dem Blick auf die kommenden Monate bleibt unklar, ob die Bahn ihre selbst gesetzten Ziele noch erreichen kann, da die Ursachen für die Verzögerungen größtenteils struktureller Natur sind und kurzfristig kaum zu beheben scheinen.

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